Kampf gegen Lebensmittelverschwendung Supermarktkette in Großbritannien schafft Mindesthaltbarkeitsdatum ab

Die Kette Waitrose will ihre Kunden zum Kauf von Lebensmitteln bewegen, die zwar per Datum abgelaufen sind, aber noch essbar. Ein entsprechender Hinweis soll auf gut 500 Artikeln verschwinden.
Zitrusfrüchte etwa sollen ab September ohne Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft werden

Zitrusfrüchte etwa sollen ab September ohne Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft werden

Foto: Joel Carrett / dpa

Im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung schafft die britische Supermarktkette Waitrose die Mindesthaltbarkeitsdaten auf hunderten Produkten ab. Wie das Unternehmen mitteilte, soll ab September der Hinweis »best before« von fast 500 Artikeln verschwinden – vor allem von abgepacktem frischem Obst und Gemüse, von Kräutern und auch von Pflanzen. Das solle dazu dienen, Kundinnen und Kunden zum Verzehr von Lebensmitteln zu bewegen, die zwar abgelaufen, aber noch gut sind.

Das Datum legt fest, bis wann der Hersteller bei richtiger Lagerung garantiert, dass das Lebensmittel alle spezifischen Eigenschaften behält – es kann aber auch später durchaus noch verzehrbar sein.

Davon zu unterscheiden ist das Verbrauchsdatum, das auf leicht verderblichen Lebensmitteln steht. Ein späterer Verzehr ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Laut Waitrose sollen diese Daten stehen bleiben.

Lebensmittelverschwendung sei in Großbritannien nach wie vor ein »großes Problem«, schrieb das Mutterhaus von Waitrose, John Lewis, in einer Mitteilung . Britische Haushalte werfen demnach jährlich 4,5 Millionen Tonnen verzehrbare Lebensmittel weg. Marija Rompani, Direktorin für Nachhaltigkeit und Ethik bei John Lewis Partnership werden »allein im Vereinigten Königreich werden 70 Prozent aller Lebensmittel in den eigenen vier Wänden verschwendet«.

Indem die vorhandenen frischen Lebensmittel in unseren Haushalten aufgebraucht würden, könnte auch beim wöchentlichen Lebensmitteleinkauf gespart werden, was für viele ein immer dringlicheres Anliegen sei, heißt es von dem Unternehmen. Damit würden auch Energie und Rohstoffe zur Lebensmittelproduktion verschwendet, kritisierte die Kette. Konsumenten sollten stattdessen dazu angehalten werden, ihr eigenes Urteilsvermögen zum Verzehr der Lebensmittel zu nutzen.

In der Europäischen Union war im vergangenen Jahr eine ähnliche Maßnahme auch schon Thema – als ein entsprechender Vorschlag innerhalb der Kommission diskutiert wurde. Mehr dazu lesen Sie hier .

ani/AFP
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