Gefährlicher Müll Wal-Mart zahlt Millionenstrafe für schlampige Entsorgung

Der Einzelhandelskonzern Wal-Mart muss wegen unsachgemäßer Entsorgung von Sondermüll in Kalifornien eine Strafe von fast 82 Millionen Dollar zahlen. Mitarbeiter hatten giftige Stoffe in die Kanalisation gekippt oder in den Hausmüll geworfen.

Gebündelte Kartons vor Wal-Mart-Filiale: Millionenstrafe wegen schlampiger Entsorgung
AP/dpa

Gebündelte Kartons vor Wal-Mart-Filiale: Millionenstrafe wegen schlampiger Entsorgung


Washington - Es läuft nicht gut für den größten Einzelhandelskonzern der Welt: Seit einem guten Jahr steht Wal-Mart wegen der Arbeitsbedingungen in seinen asiatischen Zulieferfirmen in der Kritik, Mitarbeiter in den USA streiken immer wieder für höhere Löhne bessere Arbeitsbedingungen, und jetzt muss das Unternehmen auch noch rund 82 Millionen Dollar Strafe wegen der unsachgemäßen Entsorgung von Sondermüll in Kalifornien zahlen. Der Konzern habe die Verstöße eingeräumt, berichtete das US-Justizministerium in Washington.

Mitarbeiter hätten giftige Stoffe in die Kanalisation gekippt oder in den Hausmüll geworfen. Dabei solle es sich etwa um Pflanzenschutzmittel gehandelt haben, die Kunden in die Läden zurückgebracht hatten. Ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde in der südkalifornischen Stadt San Diego hatte beobachtet, wie ein Wal-Mart-Mitarbeiter Bleichmittel in einen Gully kippte, daraufhin hätten die Staatsanwaltschaften mehrerer Städte wie Los Angeles und San Francisco Ermittlungen aufgenommen - insgesamt wurden sie in 16 kalifornischen Bezirken fündig.

Allerdings liegen die Vorfälle schon sieben Jahre und länger zurück. Das Unternehmen habe seine Mitarbeiter nicht ausreichend geschult, hieß es beim Justizministerium. Der Konzern selbst sagte, man habe das Problem angepackt und sei zufrieden, dass jetzt eine endgültige Lösung gefunden sei. Das System für den Umgang mit gefährlichen Abfällen sei bundesweit komplett verändert worden, teilte Wal-Mart Chart zeigen mit. Zusammen mit früheren Verfahren in der gleichen Sache müsse der Konzern insgesamt mehr als 110 Millionen Dollar zahlen, hieß es. Der Einzelhandelskonzern besitzt gut 4000 Läden allein in den USA.

nck



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
uezegei 29.05.2013
1.
Ungelernte Billigstarbeitskräfte kann man eben zu einer korrekten Arbeitsweise kaum motivieren. Geschieht denen recht.
ijf 29.05.2013
2. Geld regelt alles...
In DE muesste WalMart vermutlich nur einige zehntausend Euro Ordnungsgeld zahlen - ich finde die Methode (Philosophie?) der USA, Fehlverhalten durch irrwitzige Strafsummen zu sanktionieren, zweifelhaft. Wenn diese Erziehungsmethode wirksam waere, muesste die USA inzwischen doch Spitzenreiter bei der Einhaltung aller gesellschaftlichen Normen und Regeln sein...
Sleeper_in_Metropolis 29.05.2013
3.
Zitat von uezegeiUngelernte Billigstarbeitskräfte kann man eben zu einer korrekten Arbeitsweise kaum motivieren. Geschieht denen recht.
Könnte man schon, aber ein Oberkapitalistenladen wie Walmart gibt doch für sowas kein Geld aus, zumal man in den USA mit Umweltschutz sowieso weniger am Hut hat als hierzulande. Und wenn da nur "Ungelernte Billigstarbeitskräfte" tätig sind, liegt das doch in erster Linie daran, das alle Arbeiter, die die Möglichkeit dazu haben einen großen Bogen um Walmart machen. Das geschieht Walmart in der Tat recht.
Sleeper_in_Metropolis 29.05.2013
4.
Zitat von ijfIn DE muesste WalMart vermutlich nur einige zehntausend Euro Ordnungsgeld zahlen - ich finde die Methode (Philosophie?) der USA, Fehlverhalten durch irrwitzige Strafsummen zu sanktionieren, zweifelhaft. Wenn diese Erziehungsmethode wirksam waere, muesste die USA inzwischen doch Spitzenreiter bei der Einhaltung aller gesellschaftlichen Normen und Regeln sein...
Tja, aber wo soll man sonst ansetzen ? Geld ist in der Regel der einzige Punkt, wo es den Unternehmen richtig weh tut, und bei so einem großen Laden wie Wal-Mart muß es dann auch eine entsprechende Summe sein, damit die das merken. Die in D fälligen zehntausene Euro hätten die vermutlich aus der Portokasse gezahlt. Allerdings hat Walmart ja lt. Artikel auch angekündigt, an sich zu arbeiten. Wollen wir das beste hoffen.
wakaba 29.05.2013
5.
Zitat von ijfIn DE muesste WalMart vermutlich nur einige zehntausend Euro Ordnungsgeld zahlen - ich finde die Methode (Philosophie?) der USA, Fehlverhalten durch irrwitzige Strafsummen zu sanktionieren, zweifelhaft. Wenn diese Erziehungsmethode wirksam waere, muesste die USA inzwischen doch Spitzenreiter bei der Einhaltung aller gesellschaftlichen Normen und Regeln sein...
Die USA ist insgesamt eine sehr zivilisierte Gesellschaft mit sehr guten Umgangsformen. Der Umweltschutz ist weitentwickelt und gesellschaftlich verankert und wird auch durchgesetzt. Der Konsens ist auch - man lässt die Idioten gewähren - die bringen sich frühzeitig gegenseitig um oder wandern ins Gefängniss. In oekonomisch irreparabel geschädigten Zonen macht man nichts mehr, sorgt nur dafür das die Mobilität eingeschränkt ist. Walmart ist ein parastaatliches Versorgungssystem fürs Prekariat.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.