Wallstreetbets Hedgefonds verdient 700 Millionen Dollar mit GameStop-Aktien

Ein Flashmob von Kleinanlegern trieb den Aktienkurs der Videospielkette nach oben. Damit bescherte die Wallstreetbets-Bewegung offenbar ausgerechnet einem US-Hedgefonds einen satten Gewinn.
Filiale von GameStop in Illinois: Spiel mit überraschenden Gewinnern

Filiale von GameStop in Illinois: Spiel mit überraschenden Gewinnern

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Nam Y. Huh / AP

Auf den ersten Blick wirkt die Geschichte von GameStop wie eine Neuauflage von von »David gegen Goliath«: Ein Flashmob aus Kleinanlegern, die sich auf sozialen Medien wie Reddit absprechen, trieb den Aktienkurs der Videospielekette in extreme Höhen – und bescherte Hedgefonds, die auf einen Absturz der Papiere spekuliert hatten, milliardenschwere Verluste.

Doch die Realität ist komplizierter. So beschert der GameStop-Hype einem Hedgefonds namens Senvest Management einen Gewinn von 700 Millionen Dollar, wie das »Wall Street Journal« (WSJ) berichtet . Die beiden Senvest-Manager Richard Marshaal und Brian Gonick hatten die Aktien der Spielekette bereits im September gekauft – und damit lange, bevor Anleger den Aktienkurs auf nahezu 400 Dollar bewegten.

»Als es losging, dachten wir, da bahnt sich etwas an«, sagt Senvest-Manager Marshaal, »Aber wir hatten keine Ahnung, wie verrückt die Sache werden würde«.

Senvest hatte die Aktien des Spielehändlers nach einer Investorenkonferenz im vergangenen Januar erworben. Damals sahen die meisten Analysten die Aussichten für die Papiere skeptisch. Längst werden Computerspiele vor allem online verkauft – das Geschäftsmodell von GameStop mit seinen zahlreichen Filialen wirkt reichlich antiquiert.

Doch die beiden Hedgefonds-Manager ließen sich offenbar durch das GameStop-Management umstimmen und trauten dem Unternehmen zu, den digitalen Wandel zu meistern. Ende Oktober hielt Senvest demnach mehr als fünf Prozent der GameStop-Aktien. Für einen Großteil der Anteile dürfte der Fonds weniger als 10 US-Dollar gezahlt haben.

Im Januar nutzt Senvest die Gelegenheit für erste Verkäufe. Nachdem sich dann auch Tesla-Chef Elon Musk via Twitter zu Wort meldete und die GameStop-Rally weiter anheizte, nutzen die Fondsmanager die hohen Kurse und verkauften ihre GameStop-Aktien komplett. »Es war schwer vorstellbar, dass es noch verrückter werden könnte«, sagte Senvest-Manager Marshaal.

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Dank des guten Timings konnte der Flaggschiff-Fonds des Unternehmens, der zuletzt 2,4 Milliarden Dollar verwaltete, im Januar eine Rendite von 38 Prozent erwirtschaften. Für Senvest war GameStop damit zuletzt das profitabelste Investment.

Auch andere Fonds haben vom Aufstieg von GameStop und anderen auf Reddit empfohlenen Aktien profitiert, erklärt Thomas Peterffy, der Verwaltungsratschef der Handelsplattform Interaktive Brokers. »Es gibt große Spieler auf beiden Seiten.«

Senvest hat sich nun vorgenommen, die Diskussionen auf sozialen Medien über einzelne Aktien künftig genauer zu verfolgen, sagt Fondsmanager Gonick. »Ich würde nicht davon ausgehen, dass das vorbei ist«.

mic
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