Angst vor Unruhen Walmart räumt vor US-Wahl Waffen und Munition aus den Regalen

"Zur Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden": Wenige Tage vor dem Urnengang in den USA entfernt Walmart alle Waffen aus seinen Verkaufsräumen. Kaufen kann man sie aber trotzdem noch.
Walmart-Filiale in Florida (Archivbild)

Walmart-Filiale in Florida (Archivbild)

Foto: CARLOS BARRIA/ REUTERS

Die Anspannung vor der US-Wahl wächst. Beide Kandidaten absolvieren letzte Auftritte, um unschlüssige Wähler doch noch zu überzeugen. Mit dem nahenden Wahlabend wächst aber auch die Sorge vor möglichen Gewaltausbrüchen rund um die Abstimmung .

Der US-Einzelhandelskonzern Walmart hat nun Waffen und Munition aus den Regalen seiner Geschäfte in den USA geräumt. Diese würden zwar weiter auf Anfrage verkauft, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Da es zu "isolierten Unruhen" gekommen sei, sei jedoch der Schritt "zur Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden" vollzogen worden. Dies entspreche dem bereits bekannten Vorgehen bei mehreren Gelegenheiten in den vergangenen Jahren. Nach dem Tod von George Floyd durch Polizeigewalt hatte Walmart im Sommer eine ähnliche Entscheidung getroffen.

Wann die Waffen wieder offen verkauft werden sollen, sagte der Sprecher nicht. Ohnehin, so die Mitteilung weiter, verkaufe man nur "in etwa der Hälfte aller Standorte Waffen, vor allem dort, wo es viele Jäger und Sportschützen gibt". Der Konzern betreibt in den USA fast 4800 Geschäfte.

DER SPIEGEL

In mehreren US-Städten ist es in diesem Jahr zu Krawallen und Plünderungen gekommen, darunter in Chicago, New York, Los Angeles und Portland. Gleichzeitig hat der Schusswaffenabsatz in den USA vor der Abstimmung am Dienstag Rekordwerte erreicht. Experten schließen Gewalt im Umfeld der Wahl nicht aus.

Amnesty fordert Schutz für Demonstranten

Vor einer Woche hatte Amnesty International einen Appell an die US-Regierung gerichtet. Die Menschenrechtsorganisation fordert, dass diese Protestierende vor der Präsidentschaftswahl am 3. November besser vor Gewalt schützt.

Sicherheitskräften gelinge es derzeit nicht, die Störung friedlicher Versammlungen zu verhindern, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht. Ordnungskräfte müssten aber dafür sorgen, dass das Grundrecht auf friedliche Versammlung wahrgenommen werden könne.

Wenige Tage vor der Wahl liegt der demokratische Herausforderer Joe Biden in den meisten Umfragen vor Amtsinhaber Donald Trump - und das teils deutlich. Auch in den möglicherweise wahlentscheidenden Swing States kann der ehemalige US-Vizepräsident einen Vorsprung verbuchen. Beobachter erwarten aber dennoch einen engen Wahlausgang.

Vor allem die Tatsache, dass wegen der Coronakrise extrem viele Briefwähler zu erwarten sind, könnte am Wahlabend für Unruhe sorgen. Je nachdem, wie schnell diese Stimmen ausgezählt sind, kann ein belastbares Ergebnis auf sich warten lassen.

jok/Reuters
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