Reaktion auf Massaker Walmart schränkt Waffenverkauf weiter ein

22 Menschen wurden jüngst in einem Walmart in El Paso getötet - nun fährt der größte Einzelhändler der Welt sein Waffenangebot herunter. Jagd- und Sportschützen sollen aber weiterhin Munition kaufen können.
Walmart-Filiale: Auswahl an Munition wird deutlich eingeschränkt

Walmart-Filiale: Auswahl an Munition wird deutlich eingeschränkt

Foto: Justin Sullivan/ AFP

Die Lagerbestände werden noch abverkauft, dann ist Schluss. Nach den jüngsten Massakern in den USA will der Einzelhandelsriese Walmart sein Waffenangebot weiter einschränken. Der Verkauf von Munition für Handfeuerwaffen sowie von Munition, die für Sturmgewehrmagazine mit großer Kapazität genutzt werden könne, werde eingestellt. Das verkündete Walmart-Chef Doug McMillon am Dienstag.

Zudem sollen Handfeuerwaffen künftig auch in Alaska nicht mehr verkauft werden - dem einzigen US-Bundesstaat, wo Walmart dies bislang noch tut.

Walmart steht wegen seiner Waffenverkäufe seit langem in der Kritik. Vor rund einem Monat war es in einer Filiale im texanischen El Paso zu einem Massaker gekommen, bei dem 22 Menschen starben.

Wenige Tage zuvor hatte es bereits zwei Tote bei Schüssen in einem Walmart in der Stadt Southaven in Mississippi gegeben. McMillon bezeichnete die Vorfälle als "entsetzliche Ereignisse", nach denen das Unternehmen nie mehr dasselbe sein könne. "Es ist klar, dass der Status quo nicht mehr hinnehmbar ist". Künftig werde das Waffenangebot noch stärker auf Jagd- und Sportschützenbedarf zugeschnitten, so McMillon.

Seit den Neunzigerjahren hat das Unternehmen den Waffenverkauf bereits sukzessiv eingeschränkt. 1993 nahm Walmart Pistolen und Revolver aus dem Sortiment, seit 2015 verkauft es auch keine halbautomatischen Waffen mehr. Nach dem Schulmassaker von Parkland im Februar 2018 hob Walmart dann das Mindestalter für den Kauf einer Waffe auf 21 Jahre an.

Die NRA ist nicht begeistert - das dürfte niemanden überraschen

Das weltgrößte Einzelhandelsunternehmen lehnt es jedoch nach wie vor ab, den Verkauf von Waffen und Munition in den USA komplett einzustellen. Stattdessen kündigte Walmart nun auch an, es wolle seine Kunden künftig dazu anhalten, keine Waffen mehr in die Läden zu bringen. Dies ist in vielen US-Bundesstaaten erlaubt.

Wenig überraschend warf die US-Waffenlobby NRA Walmart vor, mit seinen neuen Einschränkungen dem "Druck der Anti-Waffen-Eliten" nachgegeben zu haben. Die Warteschlangen bei Walmart würden bald durch Schlangen in anderen Läden ersetzt, "welche die fundamentalen amerikanischen Freiheiten stärker unterstützen", behauptete die NRA.

jok/dpa/AFP
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