Rassismusvorwurf gegen US-Supermarktkette Walmart stellt Verkauf von Körperpflegeprodukten für Schwarze um

Kosmetikartikel für Schwarze gab es in manchen US-Filialen von Walmart nur in verschlossenen Vitrinen. Jetzt reagiert die Supermarktkette auf Kritik.
Ein Walmart-Markt in San Leandro, Kalifornien

Ein Walmart-Markt in San Leandro, Kalifornien

Foto: Justin Sullivan/ AFP

Der amerikanische Einzelhändler Walmart will Körperpflegeprodukte für Schwarze nicht länger in verschlossenen Vitrinen anbieten. Dies teilte der Supermarktkonzern mit, nachdem die Praxis in einem Fernsehbeitrag und im Internet für Aufsehen sorgte: Sie unterstelle Schwarzen generell eine größere Neigung für Ladendiebstahl und sei insofern rassistisch.

"Wir haben die Entscheidung getroffen, keine multikulturellen Haarpflege- und Schönheitsprodukte mehr in verschlossenen Vitrinen aufzubewahren", sagte das Unternehmen in einer E-Mail-Erklärung am Mittwoch.

Walmart sagte, dass diese Praxis in etwa einem Dutzend seiner 4.700 Geschäfte in den Vereinigten Staaten praktiziert werde. Sie diene dazu, Ladendiebe von Produkten wie Elektronik-, Automobil-, Kosmetik- und anderen Körperpflegeprodukten abzuhalten.

Die Kritik an dem Einzelhändler fällt in eine Zeit, in der die USA nach der Ermordung des Schwarzen George Floyd von Protesten gegen Rassendiskriminierung erschüttert wurden.

"Das ist so lächerlich", beschwert sich eine schwarze Kundin

Walmart änderte seine Politik, nachdem der Sender CBS News  am 8. Juni darüber berichtet hatte, wie sich eine Kundin von Walmart beim Besuch eines Geschäfts in der Stadt Denver über die Diskriminierung schwarzer Menschen beschwert hatte.

"Die multikulturelle Haarpflege ist komplett hinter dem Glas verschlossen. Das ist so lächerlich", sagte Lauren Epps, eine schwarze Frau, die in dem Bericht zitiert wurde.

Viele Unternehmen haben neben der Einrichtung von Fonds zur Bekämpfung des systematischen Rassismus auch Erklärungen zur Unterstützung der schwarzen Bevölkerung Amerikas abgegeben.

Der Vorstandsvorsitzende von Walmart, Doug McMillon, sagte, das Unternehmen werde zusammen mit der Walmart Foundation 100 Millionen Dollar bereitstellen , um ein neues Zentrum für Gleichstellung zu schaffen.

caw/Reuters
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.