Milliarden-Deal Walt Disney kauft Teile von Fox-Konzern

Der Disney-Konzern will große Geschäftsteile des Rivalen 21st Century Fox schlucken - und bezahlt dafür rund 53 Milliarden Dollar. Durch diesen Mega-Deal wäre der Konzern gewappnet für einen Großangriff auf Netflix.
Walt-Disney-Logo auf einem Bildschirm an der New Yorker Börse

Walt-Disney-Logo auf einem Bildschirm an der New Yorker Börse

Foto: Richard Drew/ AP

Eine Mega-Übernahme krempelt die US-Medienlandschaft um: Der Entertainment-Riese Walt Disney will im Kampf um Film- und Fernseh-Zuschauer mit dem größten Zukauf seiner Geschichte die Oberhand gewinnen. Der Konzern schluckt für rund 52,4 Milliarden Dollar große Teile des Rivalen 21st Century Fox aus dem Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch. Die Konzerne bestätigten am Donnerstag entsprechende Berichte.

Zu den Geschäftsteilen, die der Fox-Konzern nun an Walt Disney veräußert, gehören unter anderem das traditionsreiche Hollywood-Studio 20th Century Fox, einige US-Kabelfernsehsender sowie die europäische Pay-TV-Senderkette Sky. Zudem bekommt Walt Disney die Kontrollmehrheit an der Streamingplattform Hulu. Disney reagiert damit auf das veränderte TV-Konsum-Verhalten und auf jüngere Zielgruppen.

2019 soll ein Online-Video-Service starten

Murdochs Konzern verkleinert sich durch den Verkauf massiv. Fox behält lediglich seine großen Sportsender und die bekannten News-Kanäle. In diesem Geschäftsbereich läuft es derzeit rund - die Einschaltquoten und Werbeerlöse sind nicht zuletzt wegen des Rummels um Donald Trumps Präsidentschaft hoch. Der US-Präsident gilt als großer Fox-Fan.

Disney gewinnt mit der Übernahme indes zahlreiche zusätzliche TV- und Filminhalte und stellt damit die Weichen für einen Großangriff im boomenden Streaming-Markt. Der Konzern will 2019 einen Online-Video-Service starten, der mit Netflix konkurrieren soll. Bereits im kommenden Jahr soll der unter schwindenden Abo-Zahlen leidende Sportsender ESPN als Internet-Dienst starten.

Die Unternehmen rechnen durch den Deal insgesamt mit Kostenersparnissen von mindestens zwei Milliarden Dollar. Der Deal steht aber noch unter Vorbehalt der Zustimmung von Behörden. Experten rechnen mit hohen Auflagen, sollte die Transaktion über die Bühne gehen.

hej/dpa-AFX/AFP
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