Warenhaus-Kette Metro stoppt Kaufhof-Verkauf

Der Handelskonzern Metro hat die Verkaufsverhandlungen für seine Warenhaustochter Kaufhof überraschend abgebrochen. Als Grund nannte der Konzern die schwierige Situation an den Finanzmärkten.
Kaufhof-Filiale in Köln: Verkaufsverhandlungen auf Eis gelegt

Kaufhof-Filiale in Köln: Verkaufsverhandlungen auf Eis gelegt

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Düsseldorf - Drei Investoren hatten bereits Gebote für die Warenhauskette Kaufhof vorgelegt, jetzt hat der Mutterkonzern Metro   die Verkaufsverhandlungen überraschend "bis auf weiteres" eingestellt. "Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt bietet keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion", sagte Metrochef Olaf Koch am Dienstag.

Der Konzern habe immer wieder betont, dass ein Verkauf das Potential von Kaufhof reflektieren müsse. "Aus heutiger Sicht können wir das Ertragspotential besser selbst heben, als durch einen Verkauf", hieß es nun.

Für Kaufhof hatte unter anderem der Karstadt-Eigner Nicolas Bergguen geboten, zusammen mit dem Finanzinvestor Blackstone. Auch der Immobilienunternehmer Rene Benko und der frühere KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban hatten Offerten vorgelegt. Damit war erstmals seit Jahren wieder Bewegung in den Kaufhof-Verkauf gekommen. Eine Trennung gilt seit Jahren als Wunsch von Metro, war aber zwischenzeitlich auf Eis gelegt worden.

Metro mit Umsatzrückgang 2011

Metro wollte früheren Angaben zufolge bis zu drei Milliarden Euro für Kaufhof haben, die Geschäfte der Warenhaustochter laufen allerdings schlecht. Auch der Gesamtkonzern Metro hat im vergangenen Quartal Umsatzverluste verbucht: Tochterunternehmen wie Media-Saturn, Real und Kaufhof verloren von Oktober bis Dezember 1,3 Prozent Umsatz, auf insgesamt 19,5 Milliarden Euro. Auch im Gesamtjahr ging der Umsatz zurück auf 66,7 Milliarden Euro, 0,8 Prozent weniger als noch 2010.

Kochs Vorgänger Eckhard Cordes, der zum Jahreswechsel seinen Posten geräumt hatte, hatte nach einem schwachen Start in das für Handelsunternehmen entscheidende vierte Quartal bereits die Jahresprognose der Metro zusammengestrichen: Der Konzern gehe für 2011 von einem Umsatz leicht unter dem Vorjahreswert von 67,3 Milliarden Euro aus, beim operativen Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren erwarte Metro ein Ergebnis leicht unter dem Wert von 2010 in einer Höhe von 2,4 Milliarden Euro. Dieses Ziel hat die Metro wohl erreicht: Der Konzern bekräftigte die Ebit-Prognose am Dienstag.

nck/dpa/Reuters
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