Insolvente Baumarktkette Nachschub für Praktiker ist gesichert

Mitarbeiter und Kunden der Praktiker-Baumärkte müssen keine leeren Regale fürchten. Die Warenversorgung der Kette ist vorerst gesichert. Der vorläufige Insolvenzverwalter einigte sich mit Banken, Lieferanten und Versicherern.

Praktiker-Baumarkt (Archivbild): Die Regale sollen voll bleiben
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Praktiker-Baumarkt (Archivbild): Die Regale sollen voll bleiben


Hamburg - Die insolventen Praktiker-Baumärkte werden weiter mit Produkten beliefert. Der vorläufige Insolvenzverwalter Christopher Seagon teilte am Dienstag mit, er habe sich mit Warenkreditversicherern, Banken und Lieferanten über die Finanzierung der Warenversorgung geeinigt. Grundlage dafür sei ein Massekredit, über dessen Einzelheiten Stillschweigen vereinbart worden sei. Solche Kredite werden zahlungsunfähigen Unternehmen gewährt, damit der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden kann.

Nach der Baumarktkette Praktiker hatte im Juli auch die Tochtergesellschaft Max Bahr wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Seagon und der vorläufige Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder, der für 78 Max-Bahr-Märkte zuständig ist, führen auch für diese Baumarktkette Verhandlungen über die Warenfinanzierung. Sie erwarten nach eigenem Bekunden einen zeitnahen Abschluss. Seagon verwaltet neben 168 Praktiker-Filialen auch 54 auf Max Bahr umgeflaggte ehemalige Standorte von Praktiker Chart zeigen. Beide Filialketten zusammen haben in Deutschland rund 15.000 Mitarbeiter, einschließlich Teilzeitkräften und geringfügig Beschäftigten

Seagon treibt auch den Verkauf der Praktiker-Kette voran. Strategische Investoren und Finanzinvestoren hätten Interesse an einer Übernahme der Gruppe im Ganzen oder in Teilen bekundet, sagte er. Die Verwalter rechnen Anfang September mit Angeboten.

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stk/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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expendable 06.08.2013
1. Wird nicht viel nützen...
...ich kaufe bestimmt keinen Akkuschrauber, dessen Garantie mir nichts nutzt, weil der Verkäufer sich in insolvente Luft aufgelöst hat. Besser bei jemanden kaufen, der in 2 Jahren wahrscheinlich noch da ist.
papayu 06.08.2013
2. Hatten wir das nicht schon mal, bei Schlecker???
Und jetzt stroemen alle zum Praktiker, heisst ja nicht umsonst so und kaufen und kaufen. Der Nachschub ist gesichert. Hollaholltrio.
wtfigoh? 06.08.2013
3. ?!
Juristischer Garant ist der Hersteller und nicht der jew. Einzelhändler. Bei inem günstigen Markenprodukt würde ich daher diese Sorge vernachlässigen.
s.richi 06.08.2013
4. Leider falsch....
Natürlich behalten Sie Ihre Garantie im Insolvenzfalle. Diese wird nämlich vom Hersteller gewährt und nicht vom Verkäufer. Sie meinen sicherlich Ihre gesetzlichen Gewährleistungsrechte! Diese können Sie für die Dauer des Verfahrens beim Insolvenzverwalter geltend machen, wenn auch nur mit dem Rang als Insolvenzgläubiger. Wobei gerade bei Elektrogeräten das Gewährleistungsrecht weniger Schutz gewährt als die Garantie. Sie können also weiterhin bei Praktiker einkaufen. Allerdings solten Sie nicht in Vorkasse gehen....
csmart48 06.08.2013
5. optional
Auch wenn Ware wieder kommt. Bis jetzt wurde jedes Handelsunternehmen was Insolvent ist , abgewickelt. Angefangen mit der Ernst Brinkmann KG 2001 mit 4000 Mitarbeitern bis zu Schlecker mit 30.000 Mitarbeitern. Praktiker-Max Bahr wird wahrscheinlich das selbe Schicksal ereilen. Der nächste warscheinliche Kandidat ist Karstadt. Hier sieht man einen Trend. Internet Handel mit seinen geringen Fixkosten in Sachen Personal tut sein übriges dazu. Dazu kommen noch Kunden die sich im Handel beraten lassenund im Internet kaufen. Der stationäre Handel wird in 10 Jahren verschwunden sein. Mit der Konsequenz das knapp 1Mio Arbeitsplätze wegfallen. Diese Mitarbeiter sind dann auf Hartz IV angewiesen da diese nicht qualifiziert sind um in anderen Jobs Fuss zu fassen. Die Sozialbeiträge für den Rest der Arbeitnehmer werden steigen und niemand will schuld sein.
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