Warnstreiks im Norden Tausende Airbus-Beschäftigte legen Arbeit nieder

Die Kunden überschütten Airbus mit Aufträgen, die Produktion ist auf Jahre hinaus ausgelastet - dennoch streitet der Flugzeugbauer seit Monaten mit der Gewerkschaft um einen neuen Tarifvertrag. Nun haben sich Tausende norddeutsche Mitarbeiter einem ganztägigen Warnstreik angeschlossen.

Streikende Airbus-Mitarbeiter in Hamburg: Airbus zählte 3500, die IG Metall 11.000
dapd

Streikende Airbus-Mitarbeiter in Hamburg: Airbus zählte 3500, die IG Metall 11.000


Hamburg/Bremen - Tausende Beschäftigte des Flugzeugbauers Airbus sind einem Aufruf der IG Metall zu Warnstreiks gefolgt. Sie versammelten sich am Freitag vor den Toren der Werke in Hamburg, Bremen, Buxtehude und Stade zu Kundgebungen. Damit sollte im Konflikt um einen sogenannten Zukunftstarifvertrag weiter Druck auf die Firmenleitung ausgeübt werden.

Der Konflikt dauert inzwischen seit eineinhalb Jahren an - es geht um eine Nachfolgeregelung für den Ende des Jahres auslaufenden Airbus-Tarifvertrag. Gewerkschaft und Geschäftsleitung konnten sich bisher nicht über die Produktivitätsfortschritte einigen, die der Konzern zur Bedingung für eine Zustimmung gemacht hatte.

Die Gewerkschaft hält die Forderungen des Arbeitgebers nach einer jährlichen Verbesserung der Produktivität von acht Prozent für überzogen. "Solche Steigerungsraten sind den Beschäftigten nicht zuzumuten. In vielen Bereichen arbeiten sie schon jetzt am Rande des Möglichen", sagte IG-Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken. Airbus hält dagegen: "Damit wir langfristig wettbewerbsfähig bleiben, müssen wir stetig produktiver werden", sagte ein Sprecher.

Airbus verwies auf sein bestehendes Angebot: Arbeitsplatzgarantie bis 2020, tausend neue Mitarbeiter in diesem Jahr, gleiche Bezahlung für Leiharbeiter, Übernahme der Auszubildenden. Ähnliche Forderungen hat auch die IG Metall aufgestellt - mehr Stammpersonal, mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit und Arbeitsprozessen. Die Tarifparteien legten aber bislang jeweils stark voneinander abweichende Berechnungen zu dem angestrebten jährlichen Einsparvolumen vor.

Weit auseinander lagen die Tarifparteien auch in der Frage, wie viele Mitarbeiter an den Warnstreiks teilnahmen. Laut Airbus nahmen in Hamburg etwa 3500 Beschäftigte an der Kundgebung teil - der Gewerkschaft zufolge waren es hingegen 8000. Insgesamt waren laut IG Metall in Norddeutschland rund 11.000 der mehr als 16.000 Airbus-Mitarbeiter im eintägigen Ausstand, davon rund 2000 in Bremen, 1200 in Stade und 200 in Buxtehude.

fdi/dpa/



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