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25. Oktober 2013, 16:44 Uhr

Warnstreiks

Karstadt-Mitarbeiter legen Arbeit nieder

Arbeitskampf bei Karstadt: In ganz Deutschland demonstrieren Mitarbeiter der angeschlagenen Warenhauskette für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Trotz der Warnstreiks bleibt keine Filiale geschlossen. Teilweise müssen aber laut Gewerkschaft die Führungskräfte selbst an der Kasse sitzen.

Essen - Mit Warnstreiks und mehrstündigen Betriebsversammlungen haben Tausende von Karstadt-Mitarbeitern am Freitag ihrer Forderung nach einer Standort- und Beschäftigungsgarantie Nachdruck verliehen. Die Auswirkungen der Proteste hielten sich nach Angaben des Unternehmens aber in Grenzen. "Bis auf wenige Ausnahmen gibt es in den Karstadt-Filialen nur geringe Beeinträchtigungen", sagte Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz. "Keine Filiale ist geschlossen."

Mehr als 400 Karstadt-Beschäftigte demonstrierten vor dem Luxuskaufhaus KaDeWe in Berlin, auf dem Rathausmarkt in Hamburg protestierten Hunderte mit Trillerpfeifen und Rasseln. Etwa 250 Streikende zogen in einem Protestzug durch die Dortmunder Innenstadt. Auch in vielen anderen Städten kam es laut der Gewerkschaft Ver.di zu Warnstreiks und Kundgebungen. In Süddeutschland öffneten viele Filialen mit Verspätung, weil die Mitarbeiter an Betriebsversammlungen teilnahmen.

Die Gewerkschaft hatte zuvor gewarnt, Kunden müssten sich am Freitag und zum Teil auch am Samstag auf "erhebliche Beeinträchtigungen bis hin zur Schließung von Häusern" einstellen. Doch bemühte sich der Konzern, die Häuser offen zu halten. Teilweise hätten Führungskräfte an den Kassen gesessen, andernorts sei der Betrieb mit Leiharbeitern aufrechterhalten worden, berichtete die Gewerkschaft.

Mit den Warnstreiks will Ver.di Karstadt zur Rückkehr in die Tarifbindung zwingen, nachdem das Unternehmen im Mai einseitig eine "Tarifpause" verkündet hatte. Außerdem fordert die Gewerkschaft einen Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrag für die rund 20.000 Beschäftigten. Erste Gespräche zwischen den Tarifparteien waren ergebnislos geblieben. Doch sollen die Verhandlungen am 11. November mit einem mehrtägigen Gesprächsmarathon fortgesetzt werden.

"Das Vertrauen in das Management sinkt immer weiter, weil man keine positive Entwicklung sieht", beschrieb Ver.di-Verhandlungsführer Rüdiger Wolff im Fernsehsender n-tv die Stimmung im Unternehmen. Auch das Vertrauen in die Eigentümer sei gesunken, weil Versprechungen gemacht, aber bis heute nicht eingehalten worden seien. Für zusätzliche Unruhe sorgte zuletzt, dass der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen drei Luxus-Warenhäuser und 28 Sporthäuser mehrheitlich an den österreichischen Immobilieninvestor René Benko verkauft hat.

stk/dpa

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