Warnstreiks Postbank-Kunden drohen Probleme beim Service

Kunden der Postbank müssen sich am Donnerstag und Freitag auf Einschränkungen beim Service einstellen. Denn die Gewerkschaft ver.di hat die 22.000 Beschäftigten des Instituts zu Warnstreiks aufgerufen. Sie wehren sich gegen Lohnkürzungen und längere Arbeitszeiten.

Postbank-Filiale: Betriebsbedingte Kündigungen bis 2014 ausgeschlossen
AP

Postbank-Filiale: Betriebsbedingte Kündigungen bis 2014 ausgeschlossen


Bonn/Berlin - Mit Arbeitsniederlegungen bei der Postbank will die Gewerkschaft ver.di Einschnitte für die Beschäftigten des Kreditinstituts abwehren. Die Warnstreiks dürften auch die 14 Millionen Kunden der Postbank zu spüren bekommen. Für Donnerstag und Freitag hat ver.di die rund 22.000 Beschäftigten zu bundesweiten Protestaktionen aufgerufen. Laut ver.di müssen sich Kunden dann auf Einschränkungen im Service einstellen.

Demnach könnte es vor allem bei Überweisungen zu Problemen kommen. Auch das Online-Banking und Call-Center könnten betroffen sein. Die Filialen von Deutschlands größter Privatkundenbank werden jedoch offen bleiben. Die Mitarbeiter dort sind laut Postbank nicht von den Sparplänen betroffen. Das Unternehmen erklärte, man habe Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der Streiks auf Kunden so gering wie möglich zu halten.

"Die Postbank versucht, mit uns einen Notfallplan auszuhandeln, damit einige Bereiche weiter geführt werden können", sagte Streik-Organisator Gerd Tausendfreund. Zu einer Einigung sei es aber noch nicht gekommen.

Auch Kunden der Post könnten von den Warnstreiks betroffen sein. Denn die Postbank Chart zeigen hat in den vergangenen Jahren sämtliche große 1100 Postfilialen von der früheren Mutter Deutsche Post Chart zeigen übernommen. "Es ist nicht auszuschließen, dass in diesen Filialen auch Post-Kunden betroffen sein könnten", sagte ein Sprecher des Logistikkonzerns. Dort sind aber auch noch viele Beamte tätig, die nicht streiken dürfen. Kunden könnten auch während des Ausstands weiter Briefe und Pakete abgeben, sagte eine ver.di-Sprecherin.

Postbank will Gewerkschaft an den Verhandlungstisch zurückholen

Grund für den Streit zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber sind Pläne, dass Teile der Postbank im Zuge der Integration in die Deutsche Bank in neue Gesellschaften zu wesentlich schlechteren Bedingungen ausgegliedert werden sollen. Ver.di befürchtet längere Arbeitszeiten, weniger Urlaub und deutlich niedrigere Gehälter. Gespräche am vergangenen Freitag waren gescheitert.

Die Gewerkschaft befürchtet, dass die Deutsche Bank Chart zeigen als neuer Mehrheitseigner der Postbank ähnliche Pläne für den gesamten Konzern hat. "Mit ihren Plänen, drastische Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen durchzusetzen, haben die Arbeitgeber eine Eskalation herbeigeführt, die nur sie selbst beenden können", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch.

Die Postbank appellierte dagegen an ver.di, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren und nicht zu streiken. "Wir haben bereits im Sommer einige Einigungen erzielt. Unter anderem haben wir betriebsbedingte Kündigungen bis 2014 ausgeschlossen", sagte Sprecher Joachim Strunk.

Die Gewerkschaft fordert einen Überleitungstarifvertrag für alle betroffenen Beschäftigten der Postbank und ihrer Töchter. Die bisher bestehenden Tarifverträge sollen in der jeweiligen Fassung weitergelten, um die Beschäftigten abzusichern.

mmq/dpa/dapd



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
lanas 29.11.2011
1. Falsche Überschrift
Zitat von sysopKunden der Postbank müssen sich am Donnerstag und Freitag auf Einschränkungen beim Service einstellen. Denn die Gewerkschaft ver.di hat die 22.000 Beschäftigten des Instituts zu Warnstreiks aufgerufen. Sie wehren sich gegen Lohnkürzungen und längere Arbeitszeiten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,800674,00.html
Kunden der Postbank HABEN Probleme beim Service....
zeitmax 29.11.2011
2. Aha
betriebsbedingte Kündigungen - wegen Arbeitsmangel! - wurden ausgeschlossen. Toll, dafür soll jetzt länger gearbeitet werden? Was für eine Logik...
Skeptisch 29.11.2011
3. Geiz ist geil..
ja klar, jeder will den Super-Service zu Null-Kosten. Und keiner fragt sich, wie das denn gehen soll. Egal ob im Supermarkt, bei Media--Markt, beim online-shopping oder bei der Bank. Hauptsache billig oder noch besser kostenlos. Eigentlich müßte doch dem Dümmsten der Dummen klarsein, daß sowas nur auf dem Rücken der Beschäftigten möglich und machbar ist. Der Einzelne hat zunächst einen (trügerischen) Vorteil. Es ist alles billig. ABER: Hungerlöhne, Minijobs, "Aufstocker", all das bedeutet auch weniger Steuereinnahmen, weniger Krankenkassen- und Rentenversicherungsbeiträge usw. Und dieses fehlende Geld wird dann über Steuererhöhungen (wahlweise auch erhöhte Staatsschulen), erhöhte KV und RV- Beiträge, jedem einzelnen wieder aus der Tasche gezogen. Ein perfides System, aber die meisten spielen mit. Ich habe ein ganz "altmodisches " Konto bei einer Volksbank, seit mehreren Jahrezehnten. Zahle Gebühren und habe dort einen Super-Service. Die Postbank kann mir gestohlen bleiben. Ebenso kaufe ich meine Sachen vor Ort bei heimischen Geschäftsleuten und nicht z.B. bei Media-Markt. Einige Vergleiche haben gezeigt, daß das kaum teurer ist. Denn der Service (z.B. Waschmaschine liefern, anschließen, alte Maschine entsorgen) ist bei meinem örtlichen Anbieter alles kostenlos, bei Media-Markt bezahle ich dafür. Und der ERhalt von einigermaßen gutbezahlten Arbeitsplätzen bei örtlichen Kleinunternehmern ist mir wichtiger als ein paar Euro mehr oder weniger.
keksguru 29.11.2011
4. gerechtfertigt....
denn die Angestellten sind verraten und verkauft. So läuft das doch immer - eine Firma mit anständig bezahltem Personal wird von einer anderen geschluckt, die haben dann die Service 1234 GmbH gegründet, wo es 22 Tage Urlaub und 8,49 Euro die Stunde gibt. Ich möcht mal wissen, was ein Schalterangestellter der Deutschen bank verdient, und ob der vielleicht auch bei der Service 1234 GmbH angestellt ist oder bei einer anderen Briefkastenfirma, deren einziger Zweck es ist, die fetten Boni der Banker noch fetter zu machen und die Angestellten zwar nicht brotlos, aber butter- und aufschnittlos zu machen. Das kotzt mich total an, überall beschubsen sie die Kunden. Das Sparbuchgeschäft wurde vor 10 Jahren an Visa verkauft, das Postbank Sparbuch ist eigentlich eine Visa Plus Guthanbenskarte und hat mit der Postbank nicht mehr allzuviel zu tun. Es ist an der Zeit, das Geld mal bei einer anständigen Bank anzulegen.
imho49 29.11.2011
5. Zustimmung
Zitat von lanasKunden der Postbank HABEN Probleme beim Service....
Dem kann ich nur zustimmen. Seit die Deutsche Bank drinhängt, funktioniert da nicht mehr sehr viel. Kontoauszüge? Mal so, mal so. Service? Fehlanzeige: selbst die eigene Rückrufzusagen werden nicht eingehalten. Internet / Onlinebanking: Fehlfunktionen werden nicht behoben ... usw. usw. Kurz: eine Bank zum abgewöhnen!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.