Wegen Sicherheitsbedenken Washington verbannt China Telecom vom US-Markt

Der staatliche Konzern China Telecom muss sich aus den USA zurückziehen. Die zuständige Behörde spricht von einem »erheblichen Risiko« für die nationale Sicherheit. Der Konzern zeigt sich »enttäuscht«.
Büro von China Telecom in Schanghai (2020): große Bedenken in den USA

Büro von China Telecom in Schanghai (2020): große Bedenken in den USA

Foto: ALEX PLAVEVSKI/EPA-EFE/Shutterstock

Wegen »erheblicher« nationaler Sicherheitsbedenken hat Washington den chinesischen Telekommunikationsanbieter China Telecom vom US-Markt verbannt. Die Netzagentur Federal Communications Commission (FCC) wies den Konzern an, seine Dienste innerhalb von 60 Tagen einzustellen. Der Besitz und die Kontrolle des Unternehmens durch die chinesische Regierung »stellten ein erhebliches Risiko für die nationale Sicherheit und die Strafverfolgung dar«, begründete die FCC die Entscheidung.

Peking habe dadurch die Möglichkeit, »auf die US-Kommunikation zuzugreifen« und sie unter anderem »zu stören« oder für Spionage zu nutzen. Der Schritt, den seit fast 20 Jahren am US-Markt befindlichen Konzern zu verbannen, dürfte die ohnehin bereits angespannten Beziehungen zwischen China und den USA weiter belasten. Das Unternehmen bezeichnete den Beschluss als »enttäuschend«.

Das US-Justizministerium hatte bereits im April vergangenen Jahres damit gedroht, die Geschäfte von China Telecom in den USA zu beenden. Die bisherige FCC-Genehmigung für China Telecom widerspreche dem öffentlichen Interesse, erklärte das Justizministerium damals.

In den USA ist in den vergangenen Jahren das Misstrauen gegenüber China und chinesischen Technologiekonzernen gewachsen. Das betrifft besonders den Telekommunikationskonzern Huawei, der beim 5G-Netzausbau führend ist. Washington befürchtet Cyberangriffe und Wirtschaftsspionage.

mic/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.