»Kölner Stadt-Anzeiger« und »Express« Papierknappheit lässt Zeitungen schrumpfen

Der erste Verlag reagiert auf die steigenden Papierpreise: Die DuMont-Gruppe teilt mit, dass »überschaubare Veränderungen in der Blattstruktur« geplant seien. Beispielsweise könnten Zeitungsteile zusammengeführt werden.
Zeitungslogos der DuMont-Gruppe (Archivbild)

Zeitungslogos der DuMont-Gruppe (Archivbild)

Foto: Oliver Berg/ dpa

Die Papierknappheit auf dem europäischen Markt trifft nun auch die Zeitungsbranche. So plant die Mediengruppe DuMont offenbar, den Umfang der gedruckten Zeitungsausgaben zu reduzieren: »Der weltweite Rohstoffmangel und die damit einhergehende Papierknappheit geht auch an den ›Kölner Stadt-Anzeiger‹-Medien nicht spurlos vorbei«, zitiert die Nachrichtenagentur dpa eine Verlagssprecherin. Man sei kurzfristig gezwungen, »dieser Herausforderung mit überschaubaren Veränderungen in der Blattstruktur zu begegnen.«

Es könne dazu kommen, dass beispielsweise lokale und sublokale Berichterstattung, die bisher in zwei einzelnen Teilen erschienen seien, in einem zusammengeführt würden. Davon betroffen sei neben dem »Kölner Stadt-Anzeiger« auch die »Kölnische Rundschau«. Die ebenfalls zu dem Medienhaus gehörende Boulevardzeitung »Express« spürt auch die Folgen: »Beim gedruckten ›Express‹ kann es dazu kommen, dass wir kurzfristig den Umfang der Zeitung leicht reduzieren werden«, teilte die Sprecherin mit.

Die Zeitungen informierten am Donnerstag in ihren Ausgaben ihre Leser über die Papierknappheit. Das Medienhaus machte zugleich klar, dass eine vollumfängliche Berichterstattung auf den digitalen Plattformen der Zeitungstitel weiter gewährleistet werde.

Die Papierknappheit beschäftigt derzeit die gesamte Buch- wie die Pressebranche in Deutschland. Zeitschriftenverlage sehen für 2022 die Gefahr eines Papiermangels für Magazine.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Stephan Scherzer, hatte unlängst der dpa gesagt: »Neben der nicht vorhersehbaren Preissteigerung besteht die Gefahr, dass es 2022 nicht genügend Papier geben wird. Die Papierbranche muss sich jetzt als verlässlicher Partner erweisen, der die Preisschraube nicht überdreht und die Versorgungssicherheit mit grafischen Papieren gewährleistet. Es ist noch nicht abzusehen, ob sich die Situation im Laufe des Jahres 2022 entspannen wird.«

Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hatte vor Kurzem ebenfalls auf einen »erheblichen Preisdruck« bei Pressepapieren hingewiesen, wo Altpapier zum Einsatz kommt. Die Nachfrage übersteige die Menge des produzierten Papiers. Nicht alle Käufer erhielten die vereinbarten Mengen, oder es würden Aufschläge verlangt.

mic/dpa
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