Weibliche Führungskräfte Siemens-Aktionäre stimmen über Frauenquote ab

Ein fester Frauenanteil im Siemens-Aufsichtsrat: Über dieses Ziel sollen die Aktionäre des Technologiekonzerns entscheiden. Die Unternehmensführung hält allerdings wenig von dem Vorhaben.

Auszubildende bei Siemens: Die Dax-Konzerne lehnen starre Quoten ab
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Auszubildende bei Siemens: Die Dax-Konzerne lehnen starre Quoten ab


München - Der Standpunkt von Brigitte Ederer ist eindeutig: "Wir halten nichts von einer gesetzlichen Quote", sagte die Siemens-Personalchefin kürzlich nach einem Gipfeltreffen von Regierungsvertretern und Unternehmen. Dort weigerten sich Siemens und andere Dax-Konzerne für Top-Gremien wie Vorstand oder Aufsichtsrat einen festen Frauenanteil einzuführen.

Doch über genau eine solche Quote sollen die Aktionäre des Technologiekonzerns nun bald abstimmen. Der Verein der Belegschaftsaktionäre des Konzerns habe eine Ergänzung der Tagesordnung zur nächsten Hauptversammlung am 24. Januar in München durchgesetzt, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Freitag in ihrer Online-Ausgabe.

Demnach sollen die Aktionäre beschließen, dass über eine Satzungsänderung ab der nächsten Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Aktionärsseite 2013 mindestens 30 Prozent und ab 2018 mindestens 40 Prozent Frauen zu wählen sind. Der aktuelle Aufsichtsrat und Vorstand von Siemens empfiehlt den Aktionären jedoch, diesen Antrag abzulehnen. Die Ergänzung der Hauptversammlungsbeschlüsse wurde am Freitag im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

dab/dapd

insgesamt 10 Beiträge
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Dr. Fuzzi 23.12.2011
1. Für mich ist das gequirlte Scheisse!
Zitat von sysopEin fester Frauenanteil*im Siemens-Aufsichtsrat: Über dieses*Ziel sollen die Aktionäre des Techonologiekonzerns entscheiden. Die Unternehmensführung hält*allerdings*wenig von dem Vorhaben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805676,00.html
Was soll die Quotierung der Frauen, völlig unabhängig von deren prozentualer Mitarbeiteranzahl in der Belegschaft und Qualifikation, bei der Verteilung von "Pöstchen"? Wenn schon, dann bitte eine generelle Quotierung für Mann und Frau. Dann hat auch der Azubi im Kindergarten oder bei der deutschen Vogue, eine Chance auf einen gut dotierten Aufsichtsrats- oder Vorstandsposten. Die Qualifikation spielt bei der Quotierung ja sowieso keinerlei Rolle. Nebenbei fordere ich eine: - altersgerechte Quotierung - nationalitätengerechte Quotierung - religionsgerechte Quotierung am besten auch noch die - gesinnungsgerechte Quotierung z.B. nach Parteibuch vielleicht können auch noch die Anzahl der persönlichen Haustiere bei der Zuteilung berücksichtigt werden. Willkommen in der Planwirtschaft!
kritiker576 24.12.2011
2. ne ne ne
Diese Quoten sind doch wieder mal das Papier nicht wert auf dem sie stehen. Wenn man die schon überall einführt, dann bitte auch eine Männerquote in Kindergärten. Wenn schon gerecht, dann bitte überall.
spiegel@c-reidl.de 24.12.2011
3. Min 40% Frauenanteil im Aufsichtsrat?
Wie hoch ist der Frauenanteil bei Siemens an den Werkbänken/Lötstellen/Labors etc? 20-30%? Aber "oben" sollen es also 40% per Dekret sein? Das ist dann Gleichberechtigung?
jizzyb 24.12.2011
4. Frauenquote widerspricht Grundgesetz
Ich verweise hiermit auf das Grundgesetz: Grundgesetz Artikel 3 Absatz 3: Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden Quoten bevorzugen ein Geschlecht einseitig und damit ist jede Frauenquote Grundgesetzwidrig.
Criticz 24.12.2011
5. worum es bei der Quote wirklich geht
Zitat von Dr. FuzziWas soll die Quotierung der Frauen, völlig unabhängig von deren prozentualer Mitarbeiteranzahl in der Belegschaft und Qualifikation, bei der Verteilung von "Pöstchen"? Wenn schon, dann bitte eine generelle Quotierung für Mann und Frau. Dann hat auch der Azubi im Kindergarten oder bei der deutschen Vogue, eine Chance auf einen gut dotierten Aufsichtsrats- oder Vorstandsposten. Die Qualifikation spielt bei der Quotierung ja sowieso keinerlei Rolle. Nebenbei fordere ich eine: - altersgerechte Quotierung - nationalitätengerechte Quotierung - religionsgerechte Quotierung am besten auch noch die - gesinnungsgerechte Quotierung z.B. nach Parteibuch vielleicht können auch noch die Anzahl der persönlichen Haustiere bei der Zuteilung berücksichtigt werden. Willkommen in der Planwirtschaft!
Richtig erkannt - es gibt keinen Grund, warum ausgerechnet Frauen mittels Quote bevorzugt werden sollen, Nationalitäten, Religionen etc. jedoch nicht. Das zeigt aber worum es wirklich bei der Quote geht: eine - recht kleine - Gruppen von Frauen (vgl. Verein "Frauen in die Aufsichträte") will sich hier eine Art Freifahrtschein auf lukrative Posten schaffen. Unterstützt wird das ganze vornhemlich von PolitikerInnen - wie etwa U. von der Leyen - die auch ganz gerne nach ihrer politischen Karriere ein gutes Auskommen finden wollen. In Norwegen - ein Land mit F-quote- hat sich das gezeigt: eine geringe Anzahl von Frauen teilt sich die Pöst`chen auf und kassiert ab. Dass die Quote - da Männer durch sie wegen ihres Geschlechts diskriminiert werden - europarechtswidrig ist (vgl. nur Unisex-Urteil des EuGH) intererssiert diese Kreise natürlich genausowenig wie die Tatsache dass sie dem Leistungsprinzip klar widerspricht. Es bleibt nur zu hoffen dass die - weiblichen wie auch männlichen - Aktionäre dieses Spiel durchschauen und dem Antrag der Unternehmensfühurung und der der Positon von Frau Ederer folgen werden. Ansonsten ist auch bei Siemens in Zukunft Planwirtschaft, (Männer-)diskriminierung und Quote statt Leistung angesagt. Sorry - von einem solchen Unternehmen will ich keine einzige AKtie besitzen.
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