Onlinehandel Viele Paketdienste fordern Weihnachtszuschläge von Händlern

Die Deutschen kaufen online, besonders zu Weihnachten. Viele Paketdienste ziehen jetzt Konsequenzen.
Paketbote in Brandenburg an der Havel (Archiv): 75 Cent mehr pro Paket

Paketbote in Brandenburg an der Havel (Archiv): 75 Cent mehr pro Paket

Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa

Geschenke, Baumschmuck - oder gleich den Weihnachtsbaum selbst: Die Deutschen bestellen immer mehr online, besonders in der Weihnachtszeit.

Viele deutsche Paketdienste verlangen in diesem Jahr deshalb von Onlinehändlern und anderen gewerblichen Versendern Zuschläge für Sendungen in diesem Zeitraum.

Die höhere Anzahl an Paketen als im Jahresdurchschnitt verteuere die Zustellung erheblich, begründete Peter Rey vom Paketdienst DPD den Schritt. Das Unternehmen verlangt nach Angaben des Sprechers von Geschäftskunden in der Regel rund 75 Cent mehr pro Paket. Der Konkurrent UPS verteuert im Weihnachtsgeschäft nach eigenen Angaben insbesondere Pakete, die besonders groß oder schwer sind.

Zuschläge könnten an Besteller weitergegeben werden

Auch "Hermes" erhebe bis Jahresende einen sogenannten "Peak-Zuschlag", berichtete die "Wirtschaftswoche ". Das gelte auch für Retouren. Die Höhe werde individuell mit den Unternehmen verhandelt, sagte eine Firmensprecherin und bestätigte den Bericht.

UPS verteuert im Weihnachtsgeschäft nach eigenen Angaben vor allem Pakete, die besonders groß oder schwer sind. Der Marktführer, Deutsche Post DHL, will dagegen auf Weihnachtszuschläge verzichten, obwohl die Durchschnittserlöse je Sendung in den vergangenen Jahren gesunken sind.

Ob die Endkunden beim Online-Geschenke-Shopping etwas von den Preisaufschlägen zu spüren bekommen, ist ungewiss. Denn jeder Händler muss für sich entscheiden, ob er den Preisaufschlag der Paketdienste an seine Kunden weitergibt oder nicht. Womöglich könnten die Kunden ihn auch indirekt über die Preisgestaltung mitbekommen.

Die ständig wachsende Flut der Sendungen gerade zu Weihnachten stellt die Paketdienste seit Jahren vor große Herausforderungen. Die Post rechnet damit, an den arbeitsreichsten Tagen vor dem Fest in diesem Jahr rund elf Millionen Pakete pro Tag ausliefern zu müssen. Das sind mehr als doppelt so viele wie an normalen Tagen. Die meisten Paketdienste stellen daher in großem Stil Aushilfen ein. Allein die Post wird vor dem Fest rund 10.000 Zusatzkräfte beschäftigen, Konkurrent DPD rund 4000.

apr/dpa
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