Skandalgeschüttelte US-Großbank Chef von Wells Fargo tritt zurück

Timothy Sloan übernahm nach einem Phantomkonten-Skandal den Chefposten bei der US-Großbank Wells Fargo. Weil die Skandale nicht endeten, tritt auch er nun zurück.

Timothy Sloan, Manager der US-Bank Wells Fargo
AFP

Timothy Sloan, Manager der US-Bank Wells Fargo


Die von einem Phantomkonten-Skandal erschütterte US-Großbank Wells Fargo muss sich einen neuen Chef suchen. Spitzenmanager Timothy Sloan erklärte nach nur rund zweieinhalb Jahren auf dem Posten seinen sofortigen Rücktritt. Das teilte das Geldhaus nach US-Börsenschluss mit.

Der Manager kam im Herbst 2016 ins Amt, nachdem sein Vorgänger John Stumpf über eine Affäre um Scheinkonten gestolpert war. Sloan war zuvor für das Tagesgeschäft der Bank verantwortlich gewesen.

Unter Sloan kamen jedoch weitere Skandale ans Tageslicht. Unter anderem besserten Angestellte ihr Gehalt offenbar mit falschen Essensbelegen auf. Weiter wurden Hauskäufern falsche Gebühren berechnet. Auch Politiker beider Lager kritisierten die Ereignisse bei der Bank und Regulierungsbehörden verhängten Strafen in einer Gesamthöhe von einer Milliarde Dollar. Daraufhin kündigte die Bank den Abbau Zehntausender Stellen an.

Zum neuen Interimschef wurde C. Allen Parker ernannt, der bisherige Leiter der Rechtsabteilung. Wells Fargo will nun mit der Suche nach externen Kandidaten für eine Dauerlösung beginnen. Sloans Amtszeit war stark von der Aufarbeitung des Skandals um fingierte Konten geprägt, die zur Entlassung Tausender Mitarbeiter sowie etlichen Klagen, Strafen und Auflagen von Aufsichtsbehörden führte.

mal/dpa/AP



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