Hypothekenstreit Wells Fargo zahlt 591 Millionen Dollar an Fannie Mae

Die Aufarbeitung der Weltfinanzkrise kommt auch Wells Fargo teuer zu stehen: Die US-Großbank zahlt fast 600 Millionen Dollar an den staatlichen Baufinanzierer Fannie Mae. Wegen Geschäften mit Ramschhypotheken hatte die Deutsche Bank vor kurzem eine Entschädigung in Milliardenhöhe gezahlt.
Wells-Fargo-Logo in Minnesota: Entschädigung für Ramsch-Hypotheken

Wells-Fargo-Logo in Minnesota: Entschädigung für Ramsch-Hypotheken

Foto: KAREN BLEIER/ AFP

Des Moines/Washington - Ramschhypotheken gelten als Auslöser für die schwere Weltfinanzkrise ab dem Jahr 2007 - nun wird mit Wells Fargo wird eine weitere US-Großbank wegen Geschäften mit den Baukrediten zur Kasse gebeten. Das wertvollste Kreditinstitut des Landes hat sich mit dem staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae auf eine Entschädigung von 591 Millionen Dollar geeinigt.

Mit der Zahlung seien nahezu alle Streitigkeiten erledigt, teilten sowohl Wells Fargo als auch Fannie Mae mit. Die Bank hatte bereits Rückstellungen dafür gebildet. Schon im September hatte die Bank sich mit dem zweiten großen - und ebenfalls verstaatlichten - Immobilienfinanzierer Freddie Mac auf eine Entschädigung von 869 Millionen Dollar verständigt.

Erst vor zwei Wochen hatte die Deutsche Bank einen ähnlichen Vergleich wegen Hypothekengeschäften mit Fannie Mae und Freddie Mac geschlossen. Demnach muss der deutsche Branchenprimus 1,4 Milliarden Euro an Entschädigung bezahlen. Auch andere Banken wie JP Morgan Chase, die Citigroup oder die Bank of America haben bereits dicke Schecks ausgestellt.

Der Hintergrund der Streitigkeiten war stets der Gleiche: Die Immobilienfinanzierer hatten den Banken zahlreiche Hypotheken abgekauft, fühlten sich aber im Nachhinein über die Qualität getäuscht. Denn in der Krise ab 2007 konnten viele US-Hausbesitzer ihre Kreditraten nicht mehr bezahlen. Die Verluste waren so hoch, dass Fannie Mae und Freddie Mac vom Staat gestützt werden mussten.

fdi/dpa