Nuss-Nougat-Creme Weltgrößte Nutella-Fabrik steht still

Seit sechs Tagen wird das Nutella-Werk im nordfranzösischen Villers-Écalles bestreikt, wo ein Viertel der weltweiten Produktion abgedeckt wird. Die Auseinandersetzung zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitern ist heftig.

Ferrero-Fabrik in Villers-Écalles, Frankreich
CHARLY TRIBALLEAU / AFP

Ferrero-Fabrik in Villers-Écalles, Frankreich


Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr steht die Produktion im größten Nutella-Werk der Welt still - dieses Mal sind jedoch nicht Qualitätsprobleme, sondern streikende Mitarbeiter der Auslöser. Rund 160 der 350 Angestellten seien im nordfranzösischen Villers-Écalles im Ausstand, teilten Gewerkschaftsvertreter mit. Sie fordern rund 4,5 Prozent mehr Geld und eine Prämie von 900 Euro pro Mitarbeiter.

Die Nutella-Produktion sei weitgehend zum Erliegen gekommen, sagte Fabrice Canchel von der Gewerkschaft Force Ouvrière (FO). Die streikenden Mitarbeiter blockierten seit fast einer Woche die Zugänge zu dem Werk in der Normandie, und deshalb würden auch die Zutaten knapp. Canchel sagte: "Kein Lieferwagen kommt mehr in die Firma oder verlässt sie."

Das Werk gehört zu dem italienischen Süßwarenkonzern Ferrero und beschäftigt rund 400 Menschen. Betroffen sei nicht nur die Produktion der Nuss-Nougat-Creme, sondern auch der Schokoriegel der Marke Kinder Bueno.

Die Geschäftsleitung nannte die Blockade der Autos und Lkw in einer internen E-Mail "illegal". Sie drohte, Streikenden per Gerichtsbeschluss ein Bußgeld von 1000 Euro pro Stunde und Mitarbeiter aufzuerlegen, sollte die Blockade fortgesetzt werden. Die Sanktionen seien Montagfrüh in Kraft getreten. Ein Streikender sprach gegenüber dem Sender France 3 Normandie von "psychologischem Druck", der hinter der Maßnahme stehe.

Ferrero teilte mit, man habe sechs Tage lang versucht, Gespräche zu führen. Diese seien von der Gewerkschaft abgelehnt worden.

Das Werk in Villers-Écalles produziert normalerweise rund 600.000 Nutella-Gläser am Tag, das ist ein Viertel der weltweiten Produktion. Zuletzt hatte die Fabrik im Februar Schlagzeilen gemacht: Damals war von "Qualitätsproblemen" die Rede. Worum es sich genau handelte, wurde nicht mitgeteilt.

kko/AFP/dpa



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