Weltkonjunktur Bundesbank sieht deutsche Exporteure vor harten Zeiten

Deutsche Exporte haben in diesem Jahr zwar noch einmal kräftig zugelegt - für das laufende Quartal rechnet die Bundesbank aber mit einer Wachstumsdelle. Weil das Wohlergehen der deutschen Wirtschaft eng mit der Weltkonjunktur zusammenhängt, warnt die Notenbank vor Risiken im kommenden Jahr.

Maschinenbauer Heidelberger Druck: Deutsche Exporte kühlen sich ab
dapd

Maschinenbauer Heidelberger Druck: Deutsche Exporte kühlen sich ab


Frankfurt am Main - Die wirtschaftlichen Aussichten der Exportnation Deutschland hängen entscheidend davon ab, wie sich die Schuldenkrise der Euro-Länder entwickeln wird, heißt es im Monatsbericht Dezember der Bundesbank. Zwar sprächen stabile Konsumausgaben der Verbraucher und gestiegene Industrieaufträge dafür, "dass die konjunkturelle Delle im Herbst nicht allzu tief ausfallen dürfte", allerdings hätten Unternehmen zu Herbstbeginn deutlich weniger produziert und exportiert.

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) geht in seinem Außenwirtschaftsbericht davon aus, dass die Ausfuhren im kommenden Jahr mit rund drei Prozent weniger stark wachsen werden, als bisher - 2011 lag das Exportplus noch bei zehn Prozent. Trotz Schuldenkrise und Unsicherheit auf den Finanzmärkten konnten deutsche Unternehmen ihren Weltmarktanteil zwar ausbauen, von 8,3 auf 8,5 Prozent. In den vergangenen Monaten hat sich die Nachfrage aber deutlich abgekühlt.

Viele Volkswirte befürchten, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal schrumpft - zum ersten Mal seit der schweren Rezession um den Jahreswechsel 2008/2009. Die Bundesbank traut ihr im kommenden Jahr wegen der Verunsicherung durch die Schuldenkrise nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent zu - 2011 waren es noch 3,0 Prozent. Einschränkend heißt es im Bericht allerdings auch: "Diese Prognose setzt voraus, dass es zu keiner weiteren signifikanten Verschärfung der Staatsschuldenkrise kommt."

Spaniens künftiger Regierungschef spricht von Rezession

Zweifel daran werden durch Aussagen von Spaniens designiertem Regierungschef Mariano Rajoy geschürt. In seiner ersten großen Rede vor dem Parlament in Madrid sprach Rajoy davon, dass dem Land harte Zeiten bevorstünden. "Der Ausblick könnte nicht düsterer sein", sagte der von Mittwoch an regierende Ministerpräsident, die Arbeitslosenquote liege bei 23 Prozent und die spanische Wirtschaft sei im vierten Quartal voraussichtlich erneut geschrumpft.

Rajoy will das Land mit einem Reformpaket aus der Krise führen. Noch in diesem Jahr soll ein Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst und Steuernachlässe für einstellungswillige Unternehmen verabschiedet werden. Als wichtigstes Ziel nannte Rajoy die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Zudem versprach er, alle Staatsausgaben auf den Prüfstand zu stellen und das Haushaltsdefizit um 16,5 Milliarden Euro abzubauen.

nck/Reuters/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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mattotaupa 19.12.2011
1. Lametta
Zitat von sysopDeutsche Exporte haben in diesem Jahr zwar noch einmal kräftig zugelegt - für das laufende Quartal rechnet die Bundesbank aber mit einer Wachstumsdelle. Weil das Wohlergehen der deutschen Wirtschaft* eng mit der Weltkonjunktur abhängt, warnt die Notenbank vor Risiken im kommenden Jahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,804646,00.html
Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, änder sich das Wetter, oder es bleibt wie es ist. Risiken, so so, es gibt also Risiken. Wer hätte das gedacht.
blurps11 19.12.2011
2. Da gibt's natürlich nur eine Antwort...
...Löhne runter, Unternehmenssteuern runter ( Konsumsteuern dafür rauf ), Sozialleistungen streichen ! Ist doch alles nur eine Frage des richtigen Angebots, Nachfrage findet sich schon irgendwo ( ausserhalb Deutschlands ), wenn nötig springen eben die Marsmännchen ein.
juergw. 19.12.2011
3. Irgendein "Experte" warnt immer !
Zitat von sysopDeutsche Exporte haben in diesem Jahr zwar noch einmal kräftig zugelegt - für das laufende Quartal rechnet die Bundesbank aber mit einer Wachstumsdelle. Weil das Wohlergehen der deutschen Wirtschaft* eng mit der Weltkonjunktur abhängt, warnt die Notenbank vor Risiken im kommenden Jahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,804646,00.html
Ja,ja das Wohlergehen der Aktionäre-da hätte er doch gleich noch vor Lohnerhöhungen warnen sollen die die Gewinne noch mehr schmälern. So mancher Verbrauer muß schon lange mit der Wachstumsdelle in seiner Geldbörse leben mussen.
djriz@web.de 19.12.2011
4. Harte Zeiten
Die Einschätzung der Bundesbank ist sogar noch recht optimisitsch. Wir befinden uns gerade in einer weltweiten Liquiditätsfalle, Geldpolitik ist unwirksam und Fiskalpolitik wegen Überschuldung nicht möglich. Wir laufen gafahr eine wirkliche Wirtschaftskrise zu durchlaufen. Und wenn nicht bald in Politik, Presse und Wissenschaft andere Lösungsansätze für das Problem diskutiert werden (z.B. Geldreform), laufen wir Gefahr, dass die Krise zum Dauerzustand wird.
RaMaDa 19.12.2011
5. Fragt Wulff....
Zitat von sysopDeutsche Exporte haben in diesem Jahr zwar noch einmal kräftig zugelegt - für das laufende Quartal rechnet die Bundesbank aber mit einer Wachstumsdelle. Weil das Wohlergehen der deutschen Wirtschaft* eng mit der Weltkonjunktur abhängt, warnt die Notenbank vor Risiken im kommenden Jahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,804646,00.html
--------------------------------------------------------------------- Wieso jammern? Seht euch unsern werten Herrn Wulff an, der weiss wie man an billiges Geld kommt.....
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