Trotz Khashoggi-Mord Werbekonzern Publicis hält Saudis die Treue

Nach dem Tod des Regimekritikers Jamal Khashoggi gehen viele Unternehmen auf Distanz zum saudischen Regime. Der französische Konzern Publicis aber will der Regierung in Riad weiter bei der Imagepflege helfen.
Publicis-Verwaltungsratschef Maurice Levy (2015)

Publicis-Verwaltungsratschef Maurice Levy (2015)

Foto: ERIC PIERMONT/ AFP

Der französische Kommunikationskonzern Publicis wird auch nach der Ermordung des Regimekritikers Jamal Khashoggi für Saudi-Arabien arbeiten. Das kündigte Verwaltungsratschef Maurice Levy gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters an.

Die in Washington DC angesiedelte Publicis-Tochter Qorvis Communications macht seit Langem PR-Arbeit für die saudische Regierung. Sie wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 engagiert, um das Image des Landes aufzubessern, aus dem 14 der 19 Attentäter kamen.

Saudi-Arabien steht erneut massiv in der Kritik, seitdem der Regimekritiker Jamal Khashoggi in der Saudi-arabischen Botschaft in Istanbul getötet wurde - mutmaßlich auf Geheiß der saudischen Regierung. Als Reaktion gingen viele Unternehmen auf Distanz zum Land. Auch die US-Lobby-Firmen Glover Park, BGR und Harbour kündigten an, nicht mehr für Saudi-Arabien zu arbeiten.

"Bis auf weiteres betrachten wir alle Aspekte und beobachten die Situation genau", sagte Levy. "Wie Sie wissen, gibt es derzeit eine Situation, die mindestens verwirrend ist." Der Publicis-Verwaltungsratschef räumte ein, dass Saudi-Arabien eine Ermordung Khashoggis nach anfänglicher Leugnung eingeräumt hat. "Aber niemand weiß bislang, wer den Befehl gab. Wir können es uns vorstellen, aber es gibt keinen Beleg."

Auch der Mannheimer Schmierstoff-Hersteller Fuchs Petrolub will sich nicht aus Saudi-Arabien zurückziehen. "Ich bin geschockt über den Fall Khashoggi", sagte Unternehmenschef Stefan Fuchs während einer Telefonkonferenz. "Wir werden aber deshalb nicht unser Geschäft in Frage stellen." Fuchs Petrolub mache Geschäfte mit der breiten Bevölkerung und nicht mit dem Staat. Die Mannheimer halten fast ein Drittel am Unternehmen Alhamrani-Fuchs Petroleum of Saudi Arabia.

dab/Reuters/dpa