Werkstattkette A.T.U bekommt Millionenbetrag von US-Investor

Die angeschlagene Werkstattkette A.T.U gehört künftig ihrem größten Gläubiger Centerbridge. Der US-Investor will einen dreistelligen Millionenbetrag in das Unternehmen pumpen. Investor KKS hingegen ist nicht mehr daran beteiligt.

A.T.U-Werkstatt in München: Schuldenlast sinkt auf 150 Millionen Euro
DPA

A.T.U-Werkstatt in München: Schuldenlast sinkt auf 150 Millionen Euro


Frankfurt - Der US-Finanzinvestor KKR muss seine Beteiligung an der Werkstattkette Auto-Teile Unger (A.T.U) acht Jahre nach dem Einstieg aufgeben. Neuer Mehrheitseigner ist der größte Gläubiger des Unternehmens, der Investor Centerbridge. Das hat A.T.U jetzt offiziell mitgeteilt. Die Anleihezeichner - unter ihnen auch die US-Investmentbank Goldman Sachs und der Fonds Babson Capital - verzichten auf die Rückzahlung von mehr als 600 Millionen Euro Schulden und wandeln ihre Kredite in Geschäftsanteile um.

Der SPIEGEL hatte schon im Oktober berichtet, dass Neueigentümer Centerbridge einen dreistelligen Millionenbetrag in das angeschlagene Unternehmen investieren wolle. Auch das wurde nun bestätigt. Zusätzlich zu der Finanzspritze gebe der US-Investor HayFin Management der Kette einen bis 2018 laufenden Kredit über 75 Millionen Euro, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Damit sinkt die Schuldenlast von A.T.U auf rund 150 Millionen Euro.

Dem Investor KKR bleiben nur drei Prozent Anteile an der Werkstattkette. Er hatte A.T.U 2005 für 1,45 Milliarden Euro vom Rivalen Doughty Hanson gekauft. Schon drei Jahre später musste der Eigentümer aber 140 Millionen Euro nachlegen. Milde Winter, die Spätfolgen der Abwrackprämie und der Kampf der Autohersteller um Reparaturen in den eigenen Vertragswerkstätten setzten A.T.U zu.

Der neue Geschäftsführer Hans-Norbert Topp will nun das Geschäft im Internet - auch im Ausland - ausbauen und Verträge mit Firmen für die Betreuung ganzer Fahrzeugflotten schließen. "Durch die neuen Investitionen wird zudem unsere finanzielle Ausstattung deutlich verbessert und das Wachstum von A.T.U unterstützt", sagte er. Auch in den Markt für Autoglas wolle das Unternehmen einsteigen.

vks/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
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endstadium73 05.12.2013
1. nur eine Frage der Zeit
Bis bei ATU die Lichter ausgehen. Bei dem Ruf helfen auch keine Millionen mehr.
georgbrand 05.12.2013
2.
Wichtig wäre eine gescheite Qualifikation der Mitarbeiter und eine Qualitätsoffensive incl. Leitlinien zur Abrechnung von geleisteter und nicht geleisteter Arbeit. Ich erinnere mich heute noch mit größtem Ärger an drei bezahlte, aber nie gewechselte Innenraumfilter im Rahmen der Wartung "nach Herstellervorgaben". Von den TV Berichten über mit Öl eingesprühte "undichte" Stoßdämpfer ganz zu schweigen. Dann kann ich mir mal Gedanken über Diversifikation machen, aber doch nicht jetzt, wo der Ruf und die Arbeitsqualität jenseits von Gut und Böse sind.
dernachdenklich 05.12.2013
3. Ja ja... ATU
Lang ist es her... da rollte der ATU-Meister mit meinem BMW in die Halle, weil zwei Reifen platt waren (Glasscherben auf Straße). Laut ATU bemerkte der dortige Meister, dass angeblich meine Stoßdämpfer undicht sind und meine Bremsleitungen angescheuert - also lebensgefährlich - und deshalb am besten SOFORT mit ausgewechselt werden müssen. Das Gummi der Bremsleitungen sei halt alterbedingt porös und spröde geworden... Auf meinen Kommentar, dass mein Wagen erst vor einigen Tagen ein nagelneues Gewindefahrwerk und edelstahlummantelte Teflonbremsschläuche reinbekommen hatte, lief der "Kundenberater" am "Kundenschalter" rot an... Die beiden Reifen haben die Jungs aber gewechselt.
rambo-1950 05.12.2013
4. ATU einmal und nicht wieder......
hatte mein Auto dort hingebracht zur Inspektion etc wollte jedoch vorher einen ca. Kostenvoranschlag. Antwort: so nicht möglich Fahrzeug muss auf die Hebebühne um evtl Schäden zu ermitteln......? Mehr soch isch net..........
tompike 05.12.2013
5. trotz merklicher Preissteigerung ..
.. bei vielen Zubehör-Artikeln fast insolvent? Was ist dort schief gegangen? Übrigens: Mit ihrer Masche, nach einem Auftrag noch zusätzllich etwas zu reparieren, das fällt auf und spricht sich in allen Autoszenen herum. Manche Frau ist dort über den Tisch gezogen worden. Zusätzliche Motorölspülung für 55 Euro und anderer Schwachsinn.
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