»Glen« muss schottisch sein Schwäbische Brennerei unterliegt im Whisky-Streit

Darf ein Whisky aus Schwaben »Glen« heißen? Nein, hat nun das Hanseatische Oberlandesgericht entschieden: Diese Bezeichnung sei schottischen Brennereien vorbehalten.
»Glen Buchenbach«-Whisky: Die Spirituose der schwäbischen Brennerei darf nicht so heißen

»Glen Buchenbach«-Whisky: Die Spirituose der schwäbischen Brennerei darf nicht so heißen

Foto: Bernd Weißbrod / dpa

Nach jahrelanger juristischer Auseinandersetzung ist der Whisky-Streit zwischen einer schwäbischen Brennerei und dem Verband der schottischen Whisky-Produzenten entschieden. Das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg hat die Berufung der Schwaben gegen ein Urteil aus der Vorinstanz zurückgewiesen, teilte ein Gerichtssprecher mit.

Demnach verstößt die Brennerei mit der Verwendung des Namens »Glen Buchenbach« gegen die Spirituosenverordnung der EU. Die Scotch Whisky Association (SWA) hatte geklagt, da der Namensbestandteil Glen nach ihrer Ansicht eine schottische Herkunft des Whiskys suggeriere. 2019 bekam der Verband vor dem Landgericht recht.

»Geografische Angaben im Lebensmittelbereich sind besonders geschützt, und zwar nicht nur vor einer irreführenden Verwendung, sondern auch vor Anspielungen in den Bezeichnungen anderer Produkte«, sagte der Gerichtssprecher. »Für eine solche Anspielung im Sinne der Spirituosenverordnung reicht es aus, wenn man das Produkt aufgrund seiner Bezeichnung unmittelbar mit der geschützten geografischen Angabe in Verbindung bringen kann.« Deshalb dürfe Whisky, der nicht aus Schottland komme, nicht als Glen bezeichnet werden.

Gegen das Urteil des Oberlandesgerichts wurde demnach keine Revision zugelassen. Dennoch könnte dagegen beim Bundesgerichtshof Beschwerde eingelegt werden.

»Wir respektieren und akzeptieren das Urteil selbstverständlich – aber wir verstehen es nicht«, sagte Jürgen Klotz von der Waldhornbrennerei aus Berglen bei Stuttgart. Es seien zahlreiche und schlüssige Belege vorgelegt worden, die zeigten, dass das Glen – eine Bezeichnung aus dem Gälischen für ein schmales Tal – nicht schottischer Herkunft sei und daher auch keine schottische Herkunft damit verbunden werden könne. »Genau genommen hat das Gericht offiziell bestätigt, dass es nur in Schottland Täler gibt«, sagte Klotz.

Die SWA listet auf ihrer Internetseite außer Glen auch Begriffe wie Loch oder Highland auf, mit denen von Whisky-Herstellern versucht werde, eine schottische Herkunft zu suggerieren. Eine Rechtsverletzung bestehe ebenfalls, wenn das typische Schottenmuster, Dudelsäcke oder Figuren auf Etiketten dargestellt würden, die in einen Kilt – also Schottenrock – gekleidet sind.

2013 seien sie von der SWA erstmals dazu aufgefordert worden, die Benutzung des Namensteils »Glen« zu unterlassen, so der Familienbetrieb aus Schwaben. Zwischenzeitlich lag der Fall auch schon beim Europäischen Gerichtshof, der ihn 2018 an die deutsche Justiz zurückgab. Neun Jahre habe man sich gegen die Streichung des Namensteils gewehrt, sagte Klotz. »Wir haben sehr lange standgehalten und uns richtig wacker geschlagen – aber der Gegner ist einfach übermächtig und verfügt über mehr Mittel.«

fdi/dpa