Widerspenstige Partner BP muss um Deal mit russischem Ölkonzern zittern

Der geplante Milliardendeal von BP mit dem russischen Konkurrenten Rosneft steht auf der Kippe. Ein Geschäftspartner stellte sich vor einem Schiedsgericht quer. Doch der britische Ölkonzern will sich noch nicht geschlagen geben.

BP-Chef Dudley: "Beträchtliche Fehleinschätzung"
REUTERS

BP-Chef Dudley: "Beträchtliche Fehleinschätzung"


London/Moskau - Die Ölpest im Golf von Mexiko hätte BP beinahe in den Ruin getrieben. Mit einer strategischen Neuausrichtung will der britische Ölkonzern wieder durchstarten. Wichtiger Teil des Plans ist ein milliardenschwerer Deal mit dem Rosneft. BP und der russische Staatskonzern wollten bei der Ölförderung im Nordpolarmeer zusammenarbeiten. Dazu war ein Aktientausch in großem Stil geplant. Doch das Geschäft könnte platzen.

Denn andere russische Partner von BP sperren sich gegen die Kooperation. Vor einem Schiedsgericht in Stockholm scheiterte eine Einigung mit dem Konsortium AAR. Dieses hält die Hälfte am russischen Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP. AAR argumentiert, die geplante Kooperation verletze eine Eignervereinbarung, derzufolge TNK-BP das "bevorzugte Instrument" für alle Tätigkeiten von BP in Russland sei.

Bereits Anfang Februar hatte ein Londoner Gericht eine einstweilige Verfügung erlassen, die den Deal vorerst stoppte. Beide Seiten hatten sich geeinigt, das Problem außergerichtlich zu lösen.

AAR erklärte nun, das Stockholmer Schiedsgericht habe die Allianz von Rosneft und BP endgültig durchkreuzt. "Wir haben gewonnen. Der Deal ist verboten", sagte AAR-Chef Stan Polovets. Der Rosneft-Deal sei eine "beträchtliche Fehleinschätzung" des BP-Managements. Mit dem Gerichtsentscheid sei es BP verboten, künftig Vereinbarungen über Beteiligungen von "strategischer Bedeutung" mit Rosneft Chart zeigen treffen.

BP und Rosneft geben sich noch nicht geschlagen

BP und Rosneft sehen noch Chancen für ihre Kooperationspläne. "Das Gericht hat den Deal nicht blockiert, sondern nur die einstweilige Verfügung bis zum 7. April verlängert", erklärte Rosneft-Verwaltungsratschef Igor Sotschin, der auch russischer Vize-Ministerpräsident ist.

BP äußerte sich "enttäuscht", dass die Zusammenarbeit mit Rosneft nicht wie geplant vorangehen könne. Ziel sei es, nun wenigstens den Aktientausch zu vollziehen. Bis zum 14. April wollen die beiden Unternehmen Aktien im Wert von 11,3 Milliarden Euro tauschen. Rosneft soll künftig 5 Prozent der Anteile an BP halten, die Briten bekommen 9,5 Prozent der Rosneft-Aktien.

Mit dem Deal will sich BP Zugriff auf lukrative Fördermöglichkeiten in der Arktis sichern. Experten zufolge befinden sich dort rund ein Fünftel der weltweiten bislang unentdeckten Ölvorkommen. Für BP soll die Zusammenführung ein wichtiger Schritt in der strategischen Neuausrichtung werden. Das Unternehmen hatte nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im vergangenen Jahr Milliardenverluste gemacht.

mmq/Reuters/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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Koltschak 26.03.2011
1. Im Nordpolarmeer kann man doch noch einiges versauen!
BP to the front! Antreten zum abmurksen des Nordmeeres.....! Gut, dass dieser Deal erst einmal durchkreuzt ist! Eine Exxon Valdez ist genug!
timewalk 26.03.2011
2. Ächtung
Zitat von sysopDer geplante Milliardendeal*von BP mit dem russischen Konkurrenten Rosneft steht auf der Kippe. Ein Geschäftspartner stellte sich vor einem Schiedsgericht quer. Doch der britische Ölkonzern will sich noch nicht geschlagen geben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,753263,00.html
Ölbohrungen in der Arktis müssen verboten werden
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