Landesamt für Umweltschutz Fast jeder NRW-Bürger hatte Zugang zu keimbelasteten Fleischwaren

Die womöglich mit Listerien verseuchten Fleischwaren der hessischen Firma Wilke sind bundesweit verkauft worden. Eine NRW-Behörde spricht über das Ausmaß des Skandals im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Fleischprodukte in einer Verkaufsmaschine vor einer Wilke-Fabrik
FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX

Fleischprodukte in einer Verkaufsmaschine vor einer Wilke-Fabrik


Das Landesamt für Umwelt- und Naturschutz (Lanuv) geht nach eigenen Angaben davon aus, dass fast jeder Bürger in dem bevölkerungsreichsten Bundesland Zugang zu womöglich keimbelasteten Waren des hessischen Wurstherstellers Wilke hatte. "Wilke war ein großer Lieferant und stellte auch Vorprodukte für Eigenmarken anderer Unternehmen her", sagte Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann der "Rheinischen Post".

Im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg war am vergangenen Mittwoch nach zwei Todesfällen durch Bakterien der Wurstbetrieb Wilke vorerst geschlossen worden. Kunden des Konzerns waren unter anderem Großhändler, Altenheime und Krankenhäuser.

Ursache der Todesfälle waren einem Kreissprecher zufolge Listerien, die im Fleisch des Unternehmens festgestellt wurden. Bei gesunden Menschen können Listerien grippeähnliche Symptome auslösen. Für Risikogruppen, zu denen Ältere oder Schwangere zählen, können die Bakterien aber auch tödlich sein.

Das Verbraucherschutzministerium in Wiesbaden hatte am Montag eine Liste betroffener Marken und Handelsnamen veröffentlicht. Sofern die Produkte das Identitätskennzeichen "DE EV 203 EG" tragen, sind sie betroffen. Dazu gehören die Marken und Handelsnamen

  • Haus am Eichfeld,
  • Metro Chef,
  • Service-Bund "Servisa",
  • CASA,
  • Pickosta,
  • Sander Gourmet,
  • Rohloff Manufaktur,
  • Schnittpunkt,
  • Korbach,
  • ARO,
  • Findt,
  • Domino.

Das Unternehmen Domino's Pizza Deutschland legt Wert darauf, klarzustellen, dass es mit dem letzten Eintrag nicht gemeint ist. Wilke-Produkte seien dort nicht verwendet worden.

Dem Verbraucherschutzministerium zufolge sind Wilke-Produkte auch an Wursttheken in Supermärkten verkauft worden. Die Kunden würden deshalb "sicherheitshalber gebeten, im Zweifelsfall bei den jeweiligen Verkaufsstellen nachzufragen, ob dort Produkte der Firma Wilke verkauft wurden".

kko/AFP

insgesamt 68 Beiträge
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migampe 08.10.2019
1. Tja,
einfach weniger Fleisch essen und dafür Qualität beim Metzger kaufen. Ist unterm Strich nicht teurer, schmeckt aber besser und ist gesünder! (Und den Tieren ging es auch besser!)
der Pöter 08.10.2019
2. Fazit?
nur 1 mal pro Woche Fleisch, und das dann vom Biohof. Basta.
Cailean 08.10.2019
3. Wir haben in den letzten Monaten...
... immer weniger Fleisch und Wurst gegessen. Wir wollten einfach ausprobieren, welche anderen Rezepte auch lecker sind. Momentan bin ich ganz froh darüber, dass aktuell gar keine Wurst im Kühlschrank liegt. Das Ergebnis unseres Versuches war übrigens: viel weniger Fleisch und Wurst ist vor allem Gewohnheit. Nach etwa zwei Wochen denkt man gar nicht mehr darüber nach. Momentan sind wir bei durchschnittlich einmal pro Woche und vermissen gar nichts.
mogli2 08.10.2019
4. Verbot von Massentierhaltung JETZT!
Massentierhaltung sollte generell verboten werden, wird aber von der Politik noch unterstützt. Gesetze werden so zurecht gebogen oder verschoben (z.B. Ferkelkastration ohne Betäubung) damit möglichst viel Geld in die Fleichindustrie fliesst, die systematisch Mensch und Natur krank macht. Ich wünsche mir eine goße Aufklärungskampagne der Regierung die den, leider noch sehr vielen unwissenden Konsumenten, verständlich macht, was sie mit dem Kauf von Billigfleisch sich, den Tieren und der Umwelt antun.
mogli2 08.10.2019
5.
Zitat von migampeeinfach weniger Fleisch essen und dafür Qualität beim Metzger kaufen. Ist unterm Strich nicht teurer, schmeckt aber besser und ist gesünder! (Und den Tieren ging es auch besser!)
Nein, Fleisch ist nicht gesund. Weder vom Discounter, Metzger oder Biohof.
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