Verdacht der fahrlässigen Tötung Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Wilke-Geschäftsführer

Nach dem Verzehr mutmaßlich keimbelasteter Wurst des Fleischereibetriebs Wilke sind zwei Menschen gestorben, Dutzende sind erkrankt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Geschäftsführer aufgenommen.

Wursthersteller Wilke in Hessen
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Wursthersteller Wilke in Hessen


Die Staatsanwaltschaft Kassel hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Geschäftsführer der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH eingeleitet. Es werde wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung sowie Verstoßes gegen Lebensmittelrecht ermittelt, teilte ein Sprecher der Behörde mit.

Die Waren des hessischen Fleischereibetriebs Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen sowie 37 Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht.

Das Verfahren sei aufgrund der Strafanzeige des Landkreises Waldeck-Frankenberg eingeleitet worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Gegenstand des Verfahrens sei vor allem die Untersuchung der zwei Todesfälle.

Ursache waren einem Kreissprecher zufolge Listerien, die im Fleisch des Unternehmens festgestellt wurden. Bei gesunden Menschen können Listerien grippeähnliche Symptome auslösen. Für Risikogruppen, zu denen Ältere oder Schwangere zählen, können die Bakterien aber auch tödlich sein.

Lesen Sie hier: Was Sie über den Wurstskandal wissen müssen

Das Verbraucherschutzministerium in Wiesbaden hatte am Montag eine Liste betroffener Marken und Handelsnamen veröffentlicht. Sofern die Produkte das Identitätskennzeichen "DE EV 203 EG" tragen, sind sie betroffen. (Lesen Sie hier, welche Marken betroffen sind.)

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte den Behörden bis Dienstag eine Frist gesetzt, um eine Kundenliste des nordhessischen Wurstherstellers herauszugegeben. "Wir wollen wissen, was den Behörden bisher über die Verkaufs- und Abgabestellen der zurückgerufenen Wilke-Produkte bekannt ist", sagte Rücker.

fek/dpa



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