Wurstskandal Wilke hat möglichen Kaufinteressenten gefunden

Nach drei Todesfällen durch keimbelastete Wurst ist die Firma Wilke pleite. Der Insolvenzverwalter hat nun bekannt gegeben, dass es einen Kaufinteressenten gibt. Vieles ist aber noch offen.
Behörden haben den Betrieb Wilke geschlossen - wie geht es nun weiter?

Behörden haben den Betrieb Wilke geschlossen - wie geht es nun weiter?

Foto: Ina Fassbender / AFP

Wie geht es nach dem Skandal um verunreinigte Wurst weiter für den Fleischwarenhersteller Wilke? Insolvenzverwalter Mario Nawroth hat für den zahlungsunfähigen hessischen Betrieb offenbar Gespräche mit einem Kaufinteressenten geführt.

Man arbeite weiterhin an einer Lösung für den Standort und alle Arbeitnehmer, sagte Nawroth. "Dazu stehe ich zwischenzeitlich mit einem potenziellen Kaufinteressenten in erstem Kontakt." Die kommenden Wochen müssten zeigen, was sich daraus ergebe.

Behörden hatten den Betrieb vor mehr als zwei Wochen geschlossen. Wilke hatte danach vorläufige Insolvenz angemeldet. Mehrfach waren Listerien in Produkten gefunden worden. Diese können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Drei Todesfälle und 37 Krankheitsfälle werden mit Wilke-Produkten in Verbindung gebracht.

Mitarbeiter erhalten September-Gehalt

Die Kasseler Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Geschäftsführer wegen fahrlässiger Tötung. Die hessische Verbraucherschutzministerin Priska Hinz hat Fehler bei der Kontrolle des Betriebs eingeräumt.

Laut Insolvenzverwalter Nawroth gibt es für die rund 200 Mitarbeiter gute Nachrichten. Sie erhalten nachträglich ihr Gehalt für September.

Zu den laufenden Rechtsstreitigkeiten wollte der Insolvenzverwalter sich nicht äußern. Wilke hatte unter seiner Verwaltung einen Eilantrag gegen den Produktionsstopp gestellt. Das Verwaltungsgericht Kassel lehnte diesen aber ab. Eine Beschwerde vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof wäre möglich.

kko/dpa
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