Energie Wintershall sichert sich Öl und Erdgas aus Norwegen

Deutschlands größter Öl- und Gasproduzent sichert sich den Zugriff auf Vorkommen in Norwegen. Die BASF-Tochter Wintershall kauft vom norwegischen Konzern Statoil Anteile an drei Öl- und Gasfeldern. Damit werde das Unternehmen zu einem der führenden Produzenten im Land, so BASF-Chef Bock.

Kassel - Die BASF-Tochter Wintershall baut ihre Öl- und Gasförderung in Norwegen kräftig aus. Dafür zahlt das Unternehmen der norwegischen Statoil 1,35 Milliarden Dollar, wie Wintershall am Montag mitteilte. Im Gegenzug für die Beteiligung an den drei Nordsee-Feldern, Gjosa und Vega erhält Statoil außerdem 15 Prozent an dem Ölfeld Edvard Grieg. Bei guter Entwicklung des Vega-Feldes überweist der größte deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent weitere 100 Millionen Dollar an die Norweger. Die Zustimmung der Behörden steht noch aus.

Mit dem Deal erhöht Wintershall in Norwegen die bisherige tägliche Produktion von derzeit rund 3000 auf knapp 40.000 Barrel Öläquivalent (boe) im nächsten Jahr. So komme Wintershall mit seiner Wachstumsstrategie "und dem Ausbau der Aktivitäten direkt an der Quelle einen großen Schritt weiter voran", sagte BASF-Chef Kurt Bock. "Hierdurch wird Wintershall zu einem der führenden Produzenten in Norwegen." Der norwegische Kontinentalschelf (NCS) gilt als eine der wichtigsten Öl- und Gasregionen der Welt.

Zudem soll Wintershall die Betriebsführung am Feld Brage übernehmen. Dies sei ein Schritt in Richtung eines eigenen Produktionsausbaus in Norwegen, betonte Wintershall-Chef Rainer Seele. "Wir wollen langfristig auf dem Schelf tätig sein, uns als Partner etablieren und Verantwortung übernehmen."

Beide Unternehmen vereinbarten auch gemeinsame Forschungen zur Erhöhung der Ölausbeute. Auch bei der Suche nach unkonventionellen Kohlenwasserstoffvorkommen in Deutschland und international wollen Wintershall und Statoil zusammenarbeiten. Demzufolge soll Statoil mit 49 Prozent an den deutschen Wintershall-Konzessionen "Rheinland" und "Ruhr" beteiligt werden.

Experten zufolge geht die Bedeutung der Ölförderung in der Nordsee aber zurück. "In zehn Jahren wird die Öl-Produktion in der Nordsee wahrscheinlich bedeutungslos sein", sagte kürzlich der Direktor des Internationalen Wirtschaftsforums für Regenerative Energien, Norbert Allnoch. Einer Studie zufolge ist die Produktion von Öl in der Nordsee auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren.

cte/dpa