Wegen Unruhen Wintershall stellt Ölförderung in Libyen ein

Der größte deutsche Ölförderer musste seine Produktion in Libyen vorerst stoppen. Hintergrund ist die Blockade der Exportanlagen an der Küste. Das nordafrikanische Land ist zwei Jahre nach dem Umsturz immer noch tief gespalten.
Wintershall-Anlage in Libyen: "Unklar, wann Blockade aufgehoben wird"

Wintershall-Anlage in Libyen: "Unklar, wann Blockade aufgehoben wird"

Foto: Wintershall/ dpa

Frankfurt - Wintershall kann wegen der Unruhen in Libyen vorerst kein Erdöl mehr in dem nordafrikanischen Land fördern. "Durch die andauernde Blockade der Öl-Exportanlagen an der Küste hatte Wintershall die Onshore-Förderung bereits vor einigen Wochen einstellen müssen", sagte ein Sprecher der BASF-Tochter und bestätigte damit einen Bericht der "Welt am Sonntag".

"Im Moment ist es unklar, wann die Blockade der Export-Terminals aufgehoben wird und wie schnell die Produktion in der libyschen Wüste wieder aufgenommen werden kann", erklärte der Sprecher weiter. Die Offshore-Ölförderung vor der Küste Libyens sei davon nicht betroffen. Mit Investitionen von mehr als zwei Milliarden Dollar ist Wintershall einer der größten Ölproduzenten in Libyen. Das Unternehmen ist dort bereits seit 1958 aktiv.

Das krisengeschüttelte Land ist auch zwei Jahre nach dem politischen Umsturz noch tief gespalten: Rivalisierende Stammesmilizen und radikale Islamisten kämpfen um die Kontrolle wichtiger Wirtschaftsbereiche. Auch die österreichische OMV erhält weiter nahezu kein Öl aus Libyen. Dort sei die Hauptproduktion des Konzerns seit Ende Oktober unterbrochen, hieß es am Dienstag.

cte/Reuters
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