Infografik der Woche Werden Sie bald von einem Computer ersetzt?

Scanner an der Kasse, Roboter am Fließband: Schon heute können viele Jobs von Computern übernommen werden. Welche Bundesländer am stärksten von der Digitalisierung betroffen sind, zeigt unsere Infografik.


Infografik 2016/25 v2
SPIEGEL ONLINE

Infografik 2016/25 v2

Für viele Berufe bedeutet die Digitalisierung eine Herausforderung: Vor allem im verarbeitenden Gewerbe können schon heute viele Tätigkeiten von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden. In einer aktuellen Studie hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg (IAB) verglichen, wie hoch der Anteil derartiger Jobs in den Bundesländern ist.

Wie die Infografik der Woche von Statista und SPIEGEL ONLINE zeigt, sind demnach das Saarland, Thüringen und Baden-Württemberg am stärksten betroffen - zumindest potenziell. Die Deutschlandkarte zeigt den Anteil der Beschäftigten, bei denen bereits heute mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten von Computern übernommen werden könnten. Im Saarland liegt dieser Anteil bei einem Fünftel (20,4 Prozent), in Thüringen (18,8) und Baden-Württemberg (17,4) etwas niedriger.

In Berlin und Hamburg hingegen fällt nicht einmal jeder zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in diese Kategorie. Das Flächenland mit dem geringsten Anteil ist Mecklenburg-Vorpommern, wo nur 10,8 Prozent aller Beschäftigten in Jobs arbeiten, die ein hohes Substituierbarkeitspotenzial haben.

Jobs in Gefahr? Nicht unbedingt.

Hinter der großen Spannbreite steckt vor allem die unterschiedliche Berufsstruktur in den Bundesländern. So arbeiten im Saarland 25 Prozent der Beschäftigten im stark digitalisierbaren Bereich der Fertigung, in Berlin nur 10 Prozent. Bei sozialen oder kulturellen Dienstleistungsberufen, die nur zu einem geringen Teil von Computern erledigt werden könnten, ist das Verhältnis dagegen umgekehrt.

Werden also bald viele Jobs der Digitalisierung zum Opfer fallen? Nicht zwangsläufig, betonen die Autorinnen der IAB-Studie. Es sei durchaus möglich, dass im Gegenteil sogar neue Arbeitsplätze entstünden: Die computergesteuerten Maschinen müssten schließlich entwickelt, gebaut und gesteuert werden. Zudem könne die Digitalisierung dazu beitragen, die Produktivität in bestimmten Bereichen zu erhöhen, wodurch sich die Preise senken und die Nachfrage steigern ließe.


Mehr Infografiken der Woche finden Sie auf der Themenseite.

agr/che



insgesamt 44 Beiträge
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Seite 1
Ghost_in_the_shell 30.06.2016
1. seufz
Mit der Industrialisierung und den Möglichkeiten der Robotik sollte eigentlich eine goldene Zeit für die Menschheit anbrechen. Stattdessen haben die Leute Angst, dass Sie von Maschinen ersetzt werden, ihre Jobs verlieren, ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können, während sich die Konzerne eine goldene Nase verdienen und die "Shareholder value" noch schön pushen können. Hauptsache es findet sich noch Flüchtling, den man für die Misere verantwortlich machen kann. Traurig, traurig
mheitm 30.06.2016
2. Das ist erst der Anfang
Die Diskussion ist total wichtig und sinnvoll denn es wird passieren, und noch viel weiter gehen. Es dauert nicht mehr lange und dann werden auch wissens- und erfahrungsbasierte Jobs von Systemen erledigt werden können: Ärzte, Anwälte, Buchhalter, Steuerberater etc. Es wäre gut die Weichen so zu stellen daß die Wertschöpfung der Maschinen wieder beim Menschen ankommt, über einen Mindestlohn zum Beispiel der über eine Maschinenabgabe finanziert wird.
Bürger Icks 30.06.2016
3. Danke...
Zitat von Ghost_in_the_shellMit der Industrialisierung und den Möglichkeiten der Robotik sollte eigentlich eine goldene Zeit für die Menschheit anbrechen. Stattdessen haben die Leute Angst, dass Sie von Maschinen ersetzt werden, ihre Jobs verlieren, ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können, während sich die Konzerne eine goldene Nase verdienen und die "Shareholder value" noch schön pushen können. Hauptsache es findet sich noch Flüchtling, den man für die Misere verantwortlich machen kann. Traurig, traurig
...dafür, da kann man sich jeden weiteren Kommentar sparen und braucht sich keine Mühe mehr machen, alles wurde gesagt!!!!!
argonaut-10 30.06.2016
4. So ist es
und wie bereits in Kommentar vorher erwähnt... es ist erst der Anfang. Aber warum immer so schlecht drauf... warum nicht nach neuen Gelegenheiten suchen? Das Einzige im Leben, was unveränderlich ist, ist die Veränderung. Wer das annimmt, der kann nur glücklich sein.
unbekanntgeblieben 30.06.2016
5.
Zitat von Ghost_in_the_shellMit der Industrialisierung und den Möglichkeiten der Robotik sollte eigentlich eine goldene Zeit für die Menschheit anbrechen. Stattdessen haben die Leute Angst, dass Sie von Maschinen ersetzt werden, ihre Jobs verlieren, ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können, während sich die Konzerne eine goldene Nase verdienen und die "Shareholder value" noch schön pushen können. Hauptsache es findet sich noch Flüchtling, den man für die Misere verantwortlich machen kann. Traurig, traurig
Dann muss man als Konsequenz eben Anspruch auf Leistung (Geld) ohne Arbeit haben, ganz einfach (bedingungsloses Grundeinkommen). nicht jeder will Milionär sein und viele arbeiten auch gerne, nur dann vlt nicht 40 sondern 30 Stunden die Woche, in Produktion evt. weniger. Lohndruck weg, Arbeitslosenquote entschärft. Man muss nur mal umdenken können... Aber dann kann man die breite Masse nicht mehr kontrollieren ... wenn der Normalmensch machen kann was er/sie will ... oder sich polit. wirklich informiert, unsere Eliten sind der beste Beweis für mangelnde Bildung ;) Die Reichen haben nichts davon, noch reicher zu werden. Sie brauchen jetzt schon anderer um ihr Geld zu bewegen zu können ... Und dann der Konsum ... was bringt höhere Produktivität bei sinkenden oder stagnierenden Löhnen? Irgendwer muss den Mist auch kaufen, sonst ist es Müll.
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