Neuer "Financial Times"-Bericht Wirecard-Aktie bricht zum zweiten Mal in einer Woche ein

Nur zwei Tage nach einem Zehn-Prozent-Einbruch verlieren die Wirecard-Aktien erneut drastisch an Wert - diesmal sogar um ein Viertel. Grund ist ein weiterer kritischer Zeitungsbericht.

Das Wirecard-Logo am Sitz in Aschheim (Symbolbild)
Christof Stache/ AFP

Das Wirecard-Logo am Sitz in Aschheim (Symbolbild)


Der Aktienkurs von Wirecard ist zum zweiten Mal innerhalb einer Woche eingebrochen. Die im deutschen Leitindex Dax vertretene Aktie des Zahlungsabwicklers fiel bei hohen Umsätzen und mehreren Handelsunterbrechungen zwischenzeitlich um bis zu 31 Prozent. Mit 99,80 Euro markierten sie zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit April 2018. Nach einer leichten Erholung lagen der Aktienwert zuletzt immer noch um fast 23 Prozent unter Eröffnungsniveau und damit sogar noch unter den Tiefstkurs vom Mittwoch.

Der Kurssturz erfolgte wie bereits am Mittwoch nach einem kritischen Bericht der "Financial Times". In dem neuen Beitrag ist zu lesen, dass eine externe von Wirecard beauftragte Anwaltskanzlei Hinweise auf finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Niederlassung in Singapur entdeckt habe. Wirecard wies den Bericht als "diffamierend und unzutreffend" zurück.

Bundesfinanzaufsicht und Staatsanwaltschaft München ermitteln

Nach dem ersten Beitrag der Zeitung über mögliche Dokumentenfälschung und Geldwäsche durch einen Manager von Wirecard in Singapur war den Kurs zeitweise um mehr als 20 Prozent eingebrochen. Auch diesen Bericht hatte Wirecard zurückgewiesen.

Der neue Zeitungsbericht stehe im krassen Gegensatz zu den Stellungnahmen von Wirecard, sagte ein Händler. "Das Vertrauen der Investoren leidet unter solchen Kursabstürzen", sagte ein anderer Marktteilnehmer.

Die Bundesfinanzaufsicht Bafin und die Staatsanwaltschaft München nahmen nach dem ersten Kurseinbruch Ermittlungen auf - die Behörden untersuchen, ob es sich bei dem Aktienabsturz um eine mögliche Marktmanipulation gehandelt habe. Das Unternehmen aus Aschheim bei München war in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel von Betrugsvorwürfen, die aber nie konkreter wurden.

kko/dpa/Reuters



insgesamt 34 Beiträge
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ray8 01.02.2019
1. dringend Shortseller verfolgen!
Wirecard ist eines der wenigen deutschen Unternehmen von hoher strategischer Relevanz im Hightech-Bereich der Zukunft. Scheinbar ist dies einigen Mächten ein Dorn im Auge. Es ist extrem unwahrscheinlich, daß an den Anschuldigungen etwas dran ist. Dieses Unternehmen wächst rasant, hat hoch seriöse Kunden und wird per se als Zahlungsdienstleister härter reguliert und kontrolliert. Es gilt unbedingt, diesen dt Wirtschafts-"Schatz" zu schützen. Hoffentlich stecken unsere Behörden genug Ressourcen in die Aufklärung und Verfolgung. Aktuell wurden zig Mrd Euro Börsenwert vernichtet. Hoffentlich kriegt man endlich diese schmarotzenden Shortseller!
takvor 01.02.2019
2. Betrug
Ich bin auch an einem Betrug bei diesem Unternehmen reingefallen. Mit falscher Identität hat ein Online Händler Konto bei Wirecard aufgemacht und ich habe überwiesen. Am nächsten Tag habe ich mehrmals am Telefon hingewiesen, dass ein Betrug stattgefunden ist, leider kein Mitarbeiter hat die Überweisung gestoppt und den Fall ist bei Staatsanwaltschaft!
Der Terraner 01.02.2019
3. Briten stecken dahinter
Offensichtlich fürchtet man in London ein derartig innovatives Finanzunternehmen in Deutschland und versucht es mit allen Mitteln zu stoppen, um selber vom Markt zu profitieren. Ich steige gerne ein und kann es nur jedem raten mir gleich zu tun. Ansonsten Anzeige erstatten und FT voll haftbar machen für die Verluste.
mimas101 01.02.2019
4. Hmm Tja
Warum werde ich hier das Gefühl nicht los das lediglich ein Konkurrent aus dem Weg geräumt werden soll? Denn gerade US-IT Firmen sehen ihre goldene Zukunft ebenfalls als Zahlungsdienstleister. Und das werden nicht die einzigen Länder sein. Außerdem gäbe es da noch Zahlungsdienstleister wie Kreditkarten-Firmen (meist USA / angelsächsicher Raum), PayPal usw.
karlo1952 01.02.2019
5. Das Wirecard-modell hat doch eh
keine große Zukunft mehr, wenn die großen Online-Player alle ihr eigenes Zahlungssystwm einführen. Wer braucht da noch Mastercard oder Visa?
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