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Ende für Konzerntochter Wirecard-Bank soll binnen einem Jahr abgewickelt werden

Der Skandalkonzern Wirecard wird filetiert. Als neuer Chef der Banktochter soll Frank Hellwig das Finanzinstitut in den kommenden zwölf Monaten herunterfahren.
aus DER SPIEGEL 50/2020
Wirecard-Konzernsitz in Aschheim

Wirecard-Konzernsitz in Aschheim

Foto: Alexander Pohl / Alto Press

Die Zerlegung des Wirecard-Konzerns schreitet voran. Anfang der Woche wurden Vorstand und Aufsichtsrat der Wirecard Bank nach SPIEGEL-Informationen neu besetzt. Chef der Konzerntochter ist seit dem 1. Dezember Frank Hellwig, der gerade erst in den Aufsichtsrat gerückt war.

Hellwig arbeitete fast zehn Jahre lang bei der Bad Bank FMS Wertmanagement, in der die Altlasten der in der Finanzkrise kollabierten Hypo Real Estate abgewickelt werden. Wesentlich schneller, nämlich bis Ende nächsten Jahres, soll Hellwig, 60, nun die Wirecard Bank herunterfahren. Neben ihm bleibt Jörg Brand im Vorstand. Ein dreiköpfiger Aufsichtsrat ergänzt das Personaltableau.

Der Insolvenzverwalter der Wirecard AG, Michael Jaffé, hatte vor Kurzem das Kerngeschäft des Konzerns an die spanische Bank Santander verkauft. Sie übernimmt auch die für die Zahlungsabwicklung notwendige Technologie der Banktochter sowie viele Mitarbeiter, nicht aber das Institut selbst.

Die Wirecard Bank ist nicht insolvent, hat aber keine Zukunft. Sie ist bereits stark geschrumpft und hatte laut Insolvenzbericht der Muttergesellschaft zuletzt noch Verbindlichkeiten gegenüber Kunden von 387 Millionen Euro. Die Bank hatte andere Wirecard-Töchter und dubiose externe Partnerfirmen mit Hunderten Millionen Euro an Krediten versorgt. Die Staatsanwaltschaft hat den Verdacht, dass dieses Geld veruntreut wurde, sie ermittelt außerdem wegen Geldwäsche gegen Verantwortliche des Instituts.

DER SPIEGEL 50/2020
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