Bilanzskandal Fahnder filzen erneut Wirecard-Zentrale

Zum wiederholten Mal haben Ermittler die Wirecard-Zentrale durchsucht. Nach SPIEGEL-Informationen ging es dabei auch um einen Kredit der staatlichen KfW-Bank.
Wirecard-Zentrale in Aschheim (Archivbild)

Wirecard-Zentrale in Aschheim (Archivbild)

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Christoph Stache/ AFP

Die Wirecard-Zentrale in Aschheim bei München ist erneut von Ermittlern durchsucht worden. Die Durchsuchung steht nach SPIEGEL-Informationen auch in Zusammenhang mit einer Kreditlinie über 100 Millionen Euro, welche die Ipex-Bank, eine Tochter der staatlichen Förderbank KfW, Wirecard im September 2018 eingeräumt hatte. Dafür wurden keine Absicherungsgeschäfte getätigt, weshalb ein Totalverlust droht. Es ging bei der neuerlichen Durchsuchung zudem um den Tatbestand der Geldwäsche.

"Wir bestätigen, dass Polizei und Staatsanwaltschaft in den Geschäftsräumen der KfW Ipex-Bank Ermittlungen im Zusammenhang mit unserer Finanzierung für Wirecard durchgeführt haben", teilte ein KfW-Sprecher mit. Die auf Exportkredite und Projektfinanzierungen spezialisierte Tochter kooperiere mit den Behörden.

Eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft nannte den Namen der Bank nicht. Sie erklärte aber, es gehe um den Anfangsverdacht der Untreue. Die Staatsanwaltschaft ermittele gegen Verantwortliche einer Bank in Frankfurt wegen einer 100-Millionen-Euro-Kreditlinie ohne Absicherung. Im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen habe es am Dienstag Durchsuchungen bei Wirecard gegeben.

Die Staatsanwaltschaft München I wollte eine Razzia auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren. "Wir ermitteln weiter ergebnisoffen wegen aller in Betracht kommenden Straftaten", sagte eine Sprecherin. Sie wolle sich nicht zu jedem Ermittlungsschritt äußern.

Im Juni hatte der Zahlungsdienstleister Wirecard Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wirecard seit 2015 Scheingewinne auswies, und ermittelt unter anderem wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs und Untreue.

mhs/baz/dab/apr/dpa/Reuters
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