Kurssturz Finanzaufsicht untersucht mögliche Marktmanipulation bei Wirecard

Bis zu 25 Prozent hat die Aktie des Dax-Konzerns Wirecard am Mittwoch an Wert verloren. Jetzt ermitteln die Finanzaufsicht und die Staatsanwaltschaft München, ob dabei alles mit rechten Dingen zuging.

Wirecard Messestand (Archiv)
imago/Action Pictures

Wirecard Messestand (Archiv)


Nach dem Absturz der Aktie des Zahlungsabwicklers Wirecard hat sich die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Die Behörde untersuche, ob es sich dabei um eine mögliche Marktmanipulation gehandelt haben könnte, sagte eine Bafin-Sprecherin. Auch die Staatsanwaltschaft München habe deshalb Vorermittlungen aufgenommen und arbeite dabei mit der Bafin zusammen, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Sprecherin.

Die Wirecard-Aktie war am Mittwoch um bis zu 24,7 Prozent auf 126 Euro eingebrochen. Zuvor hatte die "Financial Times" über mögliche Straftaten eines Wirecard-Managers in Singapur berichtet. Der Dax-Konzern wies den Bericht als "falsch, ungenau, irreführend und diffamierend" zurück. Er entbehre jeder Substanz. Das Unternehmen aus Aschheim bei München war in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel von Betrugsvorwürfen, die aber nie konkreter wurden.

Die Analysten von Hauck & Aufhäuser halten es für "höchst unwahrscheinlich", dass die Führungsriege von Wirecard die in dem Artikel beschriebenen Praktiken dulden würde. "Wichtig ist auch, dass Wirecard in den vergangenen Jahren wiederholt von Leerverkäufer-Attacken betroffen gewesen ist und im Zuge dieser Vorwürfe Transparenz geschaffen hat, zum Beispiel, indem die Bücher für externe Prüfer geöffnet wurden", sagten die Analysten. Wirecard habe ein striktes Risikomanagement eingeführt.

Am Donnerstag erholte sich die Wirecard-Aktie etwas von den Kursverlusten am Vortag. Die Papiere legten bis zu 5,2 Prozent auf 152,70 Euro zu und waren größter Dax-Gewinner.

brt/mhs/Reuters

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