Kursmanipulationen Wirecard erhebt laut Insider schwere Vorwürfe gegen "Financial Times"

Wirecard sieht offenbar den Verdacht bestätigt, dass Journalisten der "Financial Times" und Spekulanten gemeinsame Sache gemacht haben. Sie sollen den Kurs der Wirecard-Aktie manipuliert haben.

Wirecard-Chef Markus Braun
Peter Kneffel/DPA

Wirecard-Chef Markus Braun


Der Zahlungsdienstleister Wirecard erhebt offenbar schwere Anschuldigungen gegen die "Financial Times": Einem Insider zufolge sieht das Unternehmen den Verdacht einer Zusammenarbeit zwischen Aktien-Spekulanten und der britischen Finanzzeitung bestätigt. Das Unternehmen habe Beweismittel an die Staatsanwaltschaft München I übergeben.

Darunter sei der Mitschnitt eines Gesprächs zwischen zwei Investoren, in dem es um einen bevorstehenden Bericht der Londoner Wirtschaftszeitung über Wirecard gehe, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Die Staatsanwaltschaft wollte sich bislang nicht dazu äußern, Wirecard nahm ebenfalls keine Stellung.

Wirecard fordert Einstellung der Berichterstattung

Eine Sprecherin der "FT" wies die Vorwürfe laut "Handelsblatt" zurück: "Es gab keinerlei geheime Absprachen von Journalisten der FT mit Short-Sellern oder anderen Dritten, was den Inhalt oder den Veröffentlichungszeitpunkt von FT-Artikeln über Wirecard betrifft."

Wirecard habe die Londoner Zeitung in einem über die Anwaltskanzlei Herbert Smith Freehills übermittelten Schreiben aufgefordert, bis auf Weiteres nicht mehr über das Unternehmen zu schreiben und stattdessen eine interne Untersuchung über ein mögliches Fehlverhalten in der Redaktion zu starten, berichtete das "Handelsblatt".

Eine Reihe von kritischen Berichten der "FT" seit Anfang des Jahres hatte die Wirecard-Aktie immer wieder abstürzen lassen. Das Unternehmen und die deutsche Finanzaufsicht BaFin hegen den Verdacht, dass sich Leerverkäufer das zunutze gemacht haben. Die BaFin hatte Leerverkäufe mit Wirecard-Aktien im Frühjahr sogar für zwei Monate verboten.

Die Wirecard-Aktie legte an diesem Montag an der Börse um 1,35 Prozent zu. Am vergangenen Freitag hatte der Zahlungsdienstleister angekündigt, künftig in den deutschen Filialen der Aldi-Gruppe einen Teil der Kartenzahlungen abzuwickeln.

hej/Reuters



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murimar 22.07.2019
1. Shoot The Messenger
Warum sollte Wirecard die Vorwürfe entkräften müssen, wenn die Berichterstattung darüber verhindert werden kann.
post_fuer_tutu 22.07.2019
2. Uralter Hut?
Ist das nicht ein seit Jahren laufender Fall, in dem u.a. bereits Journalisten verurteilt wurden? oder Irre ich mich da?
Titanus 22.07.2019
3. Wirecard
Es lässt sich ja leicht überprüfen, wer in den entsprechenden Zeiträumen kurz vor der Berichterstattung in der FT mit hohen Summen gegen Wirecard gewettet hat. Das werden maximal eine Hand voll Leute gewesen sein. Da müsste doch leicht zu ermitteln sein, wer Kontakt zu FT-Mitarbeitern hatte. Es geht hier ja immerhin um Schäden in Millionenhöhe.
at.engel 22.07.2019
4.
So etwas kann man sich natürlich gut vorsstellen: Es ist einfach zu einfach... aber eben auch in der zeitlichen Abfolge so einfach zu überprüfen. Zumal ja auch irgendein Vorteil für die Finacial Times rausspringen müsste. Und so eine Geschichte würde einfach der Financial Times den Kopf kosten - defintiv! So gesehen, ist das schon wieder unwahrscheinlich. Aber mal abwarten... die dümmsten sind nicht immer da, wo man sie vermutet.
gruen99 22.07.2019
5. Deutsche Konzerne immer wieder unter Beschuss
Irre ich mich oder ist da so etwas wie ein Handelskrieg am Laufen: Egal ob Automobilindustrie, Deutsche Bank, Bayer mit Glycosat Übernahme, etc. Es wird ständig vom Anglo-Amerikanischen Ausland gebort, schlecht geredet und beim Rating mit Herunterstufung gedroht wie anodazumal Griechenland mit der anschliessend herbeigeführten EURO Krise. Ja natürlich haben Mitarbeit unterschätzt, das Trickserei gerade bei ihren Firmen Schaden herbeigeführt haben. Aber ich sehe keine sauberen PKWs amerikanischer Hersteller, wunder mich über das Nichtzulassen von Anti Glykosat Klagen bis zum Verkauf an Bayer und denke, dass sich auch das amerikanische Bankenwesen einiges zu Schulden hat kommen lassen. Ich denke da nur an Lehmann und die Riesensause die 2008 in der amerikanischen Bankenwelt losgetreten wurde. Da ist die DeuBa geradezu Peanuts. Und der letzte Skandal betrifft auch noch Trump persönlich. Na immerhin. Und nun Wirecard, ein DAX Unternehmen. Endlich eine Konkurrenz zu Visa und Co. Ein Schuft wer da an Böses denkt. Ich nenn das ungeschminkt "Mit harten Bandagen kämpfen" und das ist wohl im "fairen" Handelsstreit eher normalo. Es wird Zeit auch diesseits der Pfütze Steuerhinterzieher wie Amazon, Apple und Co. in eine faire Besteuerung zu integrieren, wie jeder Handwerksbetrieb sie auch erleiden muss. Alleine der Fairheit den europäischen Mitbürgern und der Konkurrenzfähigkeit hiessiger, europäischer (mit dem Brexit nehme ich England da aus) Unternehmen zuliebe.
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