Wirecard-Skandal Ermittlungen gegen Ernst & Young eingeleitet

Wurden Prüfungen nicht ernst genommen? Bei der Aufarbeitung des Wirecard-Skandals gerät nun deren ehemaliger Wirtschaftsprüfer ins Visier. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Ernst & Young.
Gebäude der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young in Berlin

Gebäude der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young in Berlin

Foto: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/Shutterstock

Im Wirecard-Bilanzskandal wird nun auch gegen frühere Wirtschaftsprüfer des Unternehmens Ernst & Young ermittelt. Das bestätigte die zuständige Staatsanwaltschaft München. Hintergrund ist demnach eine gegen Ernst & Young eingereichte Strafanzeige durch die Wirtschaftsprüfer-Aufsichtsbehörde APAS.

Ernst & Young erklärte, dem Unternehmen seien keine Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten seiner Abschlussprüfer bei Wirecard bekannt. Man unterstütze die Ermittlungen der zuständigen Behörden.

Prüfauftrag nicht hinreichend ernst genommen

Gegen Ernst & Young gab es wiederholt Vorwürfe, den Prüfauftrag für Wirecard nicht hinreichend ernst genommen und damit zweifelhafte Geschäftspraktiken des Finanzdienstleisters erleichtert zu haben.

Wirecard hatte seine Bücher nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft jahrelang mithilfe von Luftbuchungen geschönt. Im Sommer musste Wirecard Insolvenz anmelden. Gläubiger haben daraufhin mehr als zwölf Milliarden Euro an Forderungen geltend gemacht.

bah/AFP/Reuters

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