Zahlungsabwickler Wirecard will Betrugsvorwürfe extern prüfen lassen

Hat Wirecard Bilanzen gefälscht? Das wirft die "Financial Times" dem Unternehmen vor. Nun soll die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG den Fall untersuchen.
Wirecard-Chef Markus Braun: Sein Unternehmen geht in die Offensive

Wirecard-Chef Markus Braun: Sein Unternehmen geht in die Offensive

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Michael Dalder / REUTERS

Im Streit zwischen dem Zahlungsdienstleister Wirecard und der Zeitung "Financial Times" ("FT") hat Wirecard eine Sonderprüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG angeordnet. Damit sollen Unternehmensangaben zufolge alle Vorwürfe der britischen "FT" zu den Bilanzierungspraktiken von Wirecard umfassend und unabhängig aufgeklärt werden. Die Wirecard-Aktie   legte am Montagvormittag um rund fünf Prozent zu.

Seit geraumer Zeit veröffentlicht die "FT" kritische Berichte rund um den deutschen Finanzkonzern, die immer wieder Kursstürze der Aktie auslösten. Im Zuge von Untersuchungen musste Wirecard im Frühjahr einräumen, dass einige Geschäfte in Singapur falsch verbucht wurden. Der Umfang sei aber geringer, als von der Zeitung berichtet, hieß es dazu von Wirecard. Systematische Luftbuchungen habe es nicht gegeben.

Wirecard und die deutsche Finanzaufsicht BaFin haben den Verdacht, dass auf fallende Kurse setzende Spekulanten von den Kursstürzen profitiert hätten. Die BaFin hat wegen möglicher Marktmanipulation Anzeige bei der Staatsanwaltschaft München erstattet - auch gegen "FT"-Journalisten. Die Zeitung weist die Vorwürfe zurück.

Wirecard: "Spekulationen endgültig beenden"

KPMG werde zu gegebener Zeit einen Untersuchungsbericht vorlegen und sei allein dem Aufsichtsrat verpflichtet, hieß es nun von Wirecard. Die Prüfer hätten uneingeschränkten Zugang zu allen Informationen auf allen Konzernebenen. "Wir haben vollstes Vertrauen in die bisherigen Prüfungshandlungen und deren Ergebnisse", sagte Aufsichtsratschef Wulf Matthias. Regulärer Prüfer der Konzernbilanzen ist EY.

"Wir gehen davon aus, dass die erneute unabhängige Prüfung dazu führt, alle weiteren Spekulationen endgültig zu beenden", sagte Matthias. Vorstandschef Markus Braun zeigte sich überzeugt, dass durch die Untersuchung das Vertrauen in das Geschäft gestärkt werde.

kko/dpa
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