Zahlungsabwickler Wirecard will Umsatz bis 2025 versechsfachen

Der Zahlungsdienst Wirecard hat seine ohnehin ehrgeizigen Wachstumsziele noch einmal hochgeschraubt. Der Umsatz soll rasant auf 12 Milliarden Euro steigen - und mit ihm der Gewinn.

Wirecard-Zentrale in Aschheim: Der Umsatz des Zahlungsabwickler soll sich bis 2025 fast versechsfachen
Sven Simon / imago images

Wirecard-Zentrale in Aschheim: Der Umsatz des Zahlungsabwickler soll sich bis 2025 fast versechsfachen


Der deutsche Zahlungsabwickler Wirecard will seine Umsätze bis 2025 auf 12 Milliarden Euro steigern. Für das IT-Unternehmen aus Aschheim bei München würde dies etwa eine Versechsfachung bedeuten - 2018 setzte Wirecard noch 2,1 Milliarden Euro um.

Vor allem große Konzerne sollten als Kunden gewonnen und neben der Technologie fürs elektronische Bezahlen auch andere Finanzdienstleistungen angeboten werden, sagte Vorstandschef Markus Braun. Bislang hatte Wirecard angestrebt, bis 2025 gut zehn Milliarden Euro umzusetzen.

Wirecard verdient sein Geld hauptsächlich mit der Abwicklung elektronischer Zahlungen an Ladenkassen. Auch bei Käufen bei Einzelhändlern, Flug- und Bahnkonzernen auf der ganzen Welt verdient das Unternehmen mit.

Seit dem Sommer kooperiert Wirecard mit Aldi

Wirecard arbeitet dafür mit großen IT-Unternehmen und Finanzdienstleistern wie Apple, Google und dem Kreditkartenkonzern Visa zusammen. Im Sommer ging das Unternehmen etwa eine Partnerschaft mit Aldi Nord und Aldi Süd ein. Zahlen Kunden dort mit Kreditkarten oder Debitkarten wie "Visa Pay", sorgt Wirecard dafür, dass das Geld vom Kundenkonto bei Aldi landet. Künftig will Wirecard auch das Geschäft mit mobiler Bezahlsoftware für Smartphones ausbauen.

2018 wickelte Wirecard Zahlungen in Höhe von knapp 125 Milliarden Euro ab, 2025 sollen es nun 810 Milliarden Euro sein. Entsprechend sollen die Gewinne steigen: Neues Ziel für Mitte nächsten Jahrzehnts sind 3,8 Milliarden Euro Vorsteuergewinn, 2018 waren es 560 Millionen.

An der Börse befand sich Wirecard dagegen zuletzt in Turbulenzen. Eine Reihe von kritischen Berichten der "Financial Times" seit Anfang des Jahres hatte die Wirecard-Aktie immer wieder abstürzen lassen. Das Unternehmen und die deutsche Finanzaufsicht BaFin hegen den Verdacht, dass Aktienspekulanten und Journalisten den Kurs mit den Anschuldigungen gegen Wirecard manipuliert haben könnten, die Zeitung weist Fehlverhalten zurück. Die BaFin hatte Leerverkäufe mit Wirecard-Aktien im Frühjahr sogar für zwei Monate verboten.

fek/dpa/Reuters



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