Wirtschaftskrise Schienentransport bricht um fast ein Viertel ein

Der deutsche Güterverkehr hat im ersten Halbjahr massiv nachgelassen: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind 22,4 Prozent weniger Waren über die Schiene transportiert worden - es ist der stärkste Einbruch aller Zeiten.

Wiesbaden - Die Wirtschaftskrise trifft das deutsche Transportwesen mit voller Wucht: Auf dem Schienennetz wurden von Januar bis Juni 147,3 Millionen Tonnen Güter transportiert, 22,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Dies sei der größte Einbruch seit Beginn der Erhebung im Jahr 1950.

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Transportnachfrage im Eisenbahngüterverkehr zeigen sich nach Angaben der Statistiker seit November 2008. In den Monaten November und Dezember 2008 habe sich die Transportnachfrage gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat um 2,3 Prozent verringert. Im ersten Halbjahr 2009 hätten sich die Rückgänge mit Werten zwischen 14,8 Prozent im März und 31,2 Prozent im April deutlich verstärkt.

Nahezu alle Güterarten verzeichneten den Angaben zufolge zweistellige Rückgänge im ersten Halbjahr. Den stärksten Einbruch habe es bei Eisen und anderen Metallen mit einem Rückgang von 44,1 Prozent gegeben. Eine ähnliche Entwicklung sei bei Erzen und Metallabfällen mit einem Minus von 40,1 Prozent zu beobachten gewesen. Bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen sei der Transport um 23,1 Prozent zurückgegangen. Containertransporte hätten um 21,1 Prozent abgenommen.

ssu/ddp
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