Hastige Abreise aus Hamburger Hafen Rätselraten um Putins Jacht

Seit September 2021 führte die Werft Blohm+Voss Umbauten an Wladimir Putins Luxusjacht »Graceful« durch. Nachdem die »Kieler Nachrichten« darüber berichtet, sticht das Schiff plötzlich in See. Was steckt dahinter?
Superjacht »Graceful«

Superjacht »Graceful«

Foto: Marcus Brandt / dpa

82 Meter lang, rund 2800 Tonnen schwer, Maximalgeschwindigkeit 18 Knoten, geschätzte Baukosten: 87 Millionen Euro: Die Luxusjacht »Graceful« ist seit Jahren ein beliebtes Gesprächsthema  von Nautik-Nerds. Was nicht zuletzt an ihrem wahrscheinlichen Besitzer liegen dürfte: Sie wird Russlands Präsident Wladimir Putin zugeschrieben.

Und der wollte sein weiß glänzendes, mehrstöckiges Schiff offenbar umbauen lassen. Zwei Balkone sollten angebracht, das Unterboot gereinigt – und die Motoren sollten anscheinend überholt werden. So zumindest berichteten  es am Montagabend die »Kieler Nachrichten« – inklusive Beweisfoto der Jacht neben der Korvette »Emden« auf dem Werftgelände von Bohm+Voss.

Kurz nachdem der Bericht erschienen war, stach die »Graceful« in See. Kurs: ostwärts. Momentan befindet sie sich laut dem Portal marinetraffic.com  nördlich der Insel Rügen.

Die »Bild«-Zeitung schreibt  von einer »fluchtartigen« Abreise, offenbar aus Angst, die Jacht könne in Folge des Ukrainekonflikts festgesetzt werden.

Offizielle Informationen zu dem Fall waren zunächst nicht zu erhalten. Blohm+Voss hat bisher auf eine Anfrage des SPIEGEL nicht reagiert.

ssu
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