Haushaltswarenhersteller WMF Ein Salzstreuer wird zum Kulturdenkmal

Baden-Württemberg ehrt den Haushaltswarenhersteller WMF. Dessen Warenarchiv ist in das Denkmalbuch des Landes aufgenommen worden. Hier finden sich Designklassiker - und ein gigantisches Portal.

WMF Wagenfeld-Salz- und Pfefferstreuer "Max und Moritz"
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WMF Wagenfeld-Salz- und Pfefferstreuer "Max und Moritz"


Die Palette reicht von versilberten Kuchengabeln und Eierbechern bis hin zu Reiterstandbildern und einem gigantischen Kirchenportal: Das historische Warenarchiv der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) ist mit seinen mehr als 11.000 Einzelstücken in das Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg aufgenommen worden. Die Urkunde wurde am Firmensitz in Geislingen an der Steige überreicht.

Damit zählt der WMF-Fundus mit seinen Serien- und Einzelstücken aus der mehr als 150 Jahre währenden kunstgewerblichen und industriellen Produktion zu den Kulturdenkmälern von besonderer Bedeutung, die zusätzlichen Schutz verdienen. Prunkstück der WMF-Sammlung ist eine 1913 fertiggestellte, sechs Meter hohe Nachbildung des Ostportals des Baptisteriums von Florenz, der sogenannten Paradiestür. Zu den bekanntesten Exponaten gehören Haushaltsutensilien aus Cromargan wie Butterdosen, Bestecke und Eierbecher.

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Aufnahme ins Denkmalbuch: Kuchengabeln als Kulturdenkmal

Der schwäbische Besteck- und Kaffeemaschinenhersteller WMF gehört seit 2016 zum französischen SEB-Konzern (Moulinex, Krups). Zuvor hatte WMF vier Jahre lang dem US-Finanzinvestor KKR gehört. Dieser hatte durch den Verkauf 1,6 Milliarden Euro erlöst.

mmq/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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at.engel 29.01.2019
1.
WMF gehört vielleicht nicht zu den "noblen Marken" und hat es irgendwie auch nie zum "Mythos" geschaftt - WMF assoziert man nicht spontan mit irgendeinem bestimmten Produkt - aber davon abgesehen, gehört WMF wirklich zu den ganz großen Marken. Vielleicht mehr als man sich das in Deutschland vorstellt.
Bows3r 29.01.2019
2. Keine exklusive Marke mehr...
WMF hat sich die Marke durch die parallel laufenden China-Billig-Produkte kaputt gemacht. Warum soll ich mir das teure Produkt kaufen, wenn der Nachbar das fast gleiche Produkt zum Ramschpreis bekommt? WMF? Das war einmal.
t.theodor 30.01.2019
3. Fehlkonstruktion
Unabhängig vom Zustand von WMF ist zu mindestens der Salzstreuer eine Fehlkonstruktion. Witziger weise habe ich den schönen Salzstreuer heute das erste Mal gesehen und wollte ihn sofort kaufen. Glücklicherweise habe ich in mir noch einmal genauer angesehen: Die Löcher sind zu klein für Salz und der Deckel klemmt. Mein andere schöner Salzstreuer von WMF ist auch schon eine Fehlkonstruktion, er verteilt das Salz überall.
dasfred 30.01.2019
4. WMF ist ein Paradebeispiel
Und zwar dafür, was passiert, wenn Finanzinvestoren eine eingeführte Marke übernehmen. Statt der bekannten soliden Produkte jubelt man den Kunden nach und nach selbstgemachte Billigkopien aus Asien unter. Kochtöpfe kamen nur noch aus heimischer Produktion, wenn sie mit WMF Germany gestempelt waren. Das nur WMF bedeutet, dieser Topf stammt aus China, wurde nie dazugesagt. Allerdings hat sich im Laufe der Zeit auch der Anspruch an Qualität geändert. Heute stehen Preis und modernes Design im Vordergrund, mit der Folge, dass intakte Geräte entsorgt werden, weil die Form oder Farbe nicht zur neuen Küche passt. Die Wagenfeld Salz und Pfeffer Streuer meiner Kindheit sind bei meiner Schwester heute noch im Einsatz. Ebenso, wie Servier und Salatschüsseln.
mariakar 30.01.2019
5. Mein WMF-Besteck ist mehr als 40 Jahre alt.
Und es ist jeden Tag im Gebrauch und sieht immer noch gut aus. Für die Aussteuer haben Tanten und Omas schon früh angefangen, Teile zu kaufen, als man selber noch ein Kind war. Und da es bei WMF oder auch Silit möglich war, Teile über lange Jahre nachzukaufen, war das auch kein Problem. Die Prdouktpalette war nicht auf Schnelllebigkeit und ständigem Modellwechsel ausgelegt. Ob ich heute selber noch WMF kaufen würde, weiß ich nicht. Probleme gibt es immer dann, wenn Investoren ins Spiel kommen, die das schnelle Geld wollen.
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