Zu wenige Immobilien Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen stagniert

Der Bedarf ist gerade in deutschen Metropolen enorm, doch die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen verharrt auf dem bisherigen Niveau. Zuwächse gab es in einem anderen Bereich.

Hausbau in Hamburg 2017
Christian Charisius / DPA

Hausbau in Hamburg 2017


Baukindergeld und Steuerboni ließen die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen in Großstädten laut einer Studie um mehrere Prozent steigen. Die Zahl der genehmigten Wohnungen verharrt derweil auf gleichem Niveau. Trotz enormen Bedarfs seien in den ersten beiden Monaten 2019 0,1 Prozent weniger Genehmigungen erteilt worden als im Vorjahreszeitraum. Es seien 49.350 Genehmigungen gewesen, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Bereits in den beiden Vorjahren waren die Baugenehmigungen jeweils zurückgegangen, nachdem sie von 2008 bis 2016 kontinuierlich zugelegt hatten. Auch bei Zweifamilienhäusern gab es ein Minus von 1,1 Prozent - und bei Mehrfamilienhäusern sogar von 3,2 Prozent. Gestiegen ist von Januar bis Februar dagegen nur die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser. Hier gab es ein Plus von 4,4 Prozent.

Immobilienwirtschaft: 125.000 weniger Wohnungen als geplant

CDU, CSU und SPD haben im Koalitionsvertrag anvisiert, bis 2021 rund 1,5 Millionen Wohnungen zu bauen - das wären 375.000 pro Jahr. Der Bundesverband der privaten Immobilienwirtschaft (BFW) rechnet nur mit gut 250.000 neuen Wohnungen in diesem Jahr, da der Neubau durch den Mangel an Baugrundstücken und Fachkräften sowie durch bürokratische Hürden gebremst werde.

Trotz des stockenden Auftragsflusses hat die Baubranche im Wohnungsbereich viel zu tun. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe lagen im Februar mit rund 6,6 Milliarden Euro um 8,2 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. "Das war der höchste jemals gemessene Wert an Aufträgen in einem Februar in Deutschland", schrieben die Statistiker.

Noch besser sah die Auftragslage im Bau insgesamt aus. Dort verzeichneten die Statistiker ein nominales Umsatzplus in den ersten beiden Monaten von 13,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie führte das auf zunehmende Aufträge der öffentlichen Hand zurück.

"Der Öffentliche Bau hat damit den Wohnungsbau als Konjunkturlokomotive abgelöst", sagte Hauptgeschäftsführer Dieter Babiel. Vor allem der Straßenbau profitiere vom Investitionshochlauf des Bundes. In diesem Segment hätten die Umsätze in den ersten beiden Monaten des Jahres um 25,6 Prozent zugelegt.

apr/Reuters/dpa



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