"Riesenproblem" Wohnungswirtschaft sucht händeringend Bauland

Neubau gilt als probates Mittel, um die wuchernden Mieten unter Kontrolle zu bringen. Leicht gesagt - aber beim Bauland fangen die Schwierigkeiten schon an.
Wohnhäuser in Magdeburg

Wohnhäuser in Magdeburg

Foto: Jens Kalaene/ dpa

In Deutschlands Städten wird Bauland trotz vorhandener freier Flächen knapp. Fachleute und Wohnungsbaubranche empfehlen daher, mehr Agrarland und sonstige Flächen in Bauland umzuwandeln. "Genug Land ist prinzipiell vorhanden", sagte Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft. "Aber die rechtlichen Vorgaben, die Eigentumsverhältnisse und auch der Widerstand der Bürger machen es oft schwer, das dringend benötigte Bauland zu gewinnen."

Der Verband der bayerischen Wohnungswirtschaft spricht von einem "Riesenproblem". In München ist die Lage nach einer kürzlich vorgestellten Studie des regionalen Planungsverbands akut. "In München werden wir bei den gegebenen Bauflächen und den gegebenen Bebauungsplänen bald an die Grenzen stoßen", sagte Verbandsdirektor Xaver Kroner. "Das wird nicht ausreichen, um Wohnraum für die bis 2035 erwarteten 300.000 neuen Einwohner zu schaffen."

München ist kein Einzelfall: Knapp ist Bauland ebenso in anderen Großstädten wie Frankfurt, Berlin oder Stuttgart, aber auch in manchen kleineren Kommunen wie Passau oder Regensburg. Viele Kommunen haben in den vergangenen 20 Jahren zwar vorzugsweise nicht mehr genutzte Industrie- und Bahnanlagen, Bundeswehrgelände oder sonstige Brachen in Bauland umgewandelt. Doch diese Reserven neigen sich dem Ende zu. "Es gibt nicht mehr viele Industriebrachen und alte Kasernen, die man relativ leicht bebauen kann", sagt Kroner.

mik/dpa
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