Welthandelsorganisation WTO Zölle auf IT-Produkte sollen wegfallen - und Preise sinken

Smartphones, Navis und Medizintechnik dürften günstiger werden: Die Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation WTO wollen Zölle auf IT-Produkte beseitigen. Es geht um Waren im Wert von rund einer Billion Dollar.

Vorbereitung eines WTO-Treffens (Archiv): Deal zur Beseitigung von Zöllen
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Vorbereitung eines WTO-Treffens (Archiv): Deal zur Beseitigung von Zöllen


Im weltweiten Geschäft mit Informationstechnik könnten ab Mitte 2016 die Kosten für Ex- und Importe erheblich sinken - und damit auch die Verbraucherpreise. Für ein entsprechendes Abkommen seien in Genf nach langen Verhandlungen die Weichen gestellt worden, teilte die Welthandelsorganisation (WTO) mit.

Dadurch könnten nach Expertenschätzungen die jährlichen Kosten im weltweiten grenzüberschreitenden Handel mit IT-Erzeugnissen, der einen Gesamtwarenwert von rund einer Billion Euro umfasst, um einige Hundert Millionen Dollar sinken. Der Deal ist das erste weltweite Abkommen über die Beseitigung von Zöllen seit 18 Jahren. Es soll im Dezember bei der Welthandelskonferenz in Nairobi endgültig abgesegnet werden.

Exportierende Länder und damit auch deutsche Unternehmen dürfen nun damit rechnen, dass sie IT-Produkte günstiger ins Ausland verkaufen können - von Smartphones über Navigationssysteme bis hin zu Medizintechnik wie etwa MRT-Geräte. Davon würden wohl auch Kunden profitieren.

WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo lud für Freitagmittag zu einer Pressekonferenz ein. Unmittelbar nach Ablauf der Erklärungsfrist für die 54 direkt beteiligten Staaten sollen dabei die Ergebnisse der 2002 begonnenen Verhandlungen erläutert werden. Bei dem Abkommen geht es um die Erweiterung des 1997 geschlossenen "Information Technology Agreement" (ITA) zur Zollbefreiung für IT-Produkte um zusätzlich rund 200 Erzeugnisse.

Der Deal betrifft also nicht direkt die Preisgestaltung. Da aber im IT-Sektor ein starker internationaler Wettbewerb herrscht, wäre es verwunderlich, wenn Einsparungen durch wegfallende Zölle nicht anteilig an die Verbraucher weitergegeben würden.

bos/dpa/Reuters



insgesamt 33 Beiträge
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condor99 24.07.2015
1.
Wer jetzt glaubt das da was billiger wird der zieht wahrscheinlich auch die Hose mit der Kneifzange an. Der Preis bleibt der Alte nur die Gewinne werden gesteigert. So geht halt Kapitalismus oder warum kostet ein IPhone das fünffache seines Herstellungspreises?
marthaimschnee 24.07.2015
2.
Wegfallende Zölle bedeutet gleichzeitig für irgend jemanden wegfallende Einnahmen. Aber klar, was verstehen die Angebotstheoretiker schon von dieser Seite der Gleichung!
winki 24.07.2015
3. Wetten dass, ...
deshalb die sinkenden Preise nicht beim Verbraucher ankommen! Die WTO hat mit dem Wegfall der Zölle, falls es dazu kommt, garantiert nicht an die Verbraucher gedacht. Vielmehr haben hier Lobyisten der IT-Branche ihren Einfluss intensiv ausgeübt. Mit welchen Methoden, dass wird man wohl kaum erfahren.Das Ziel ist eine Gewinnsteigerung der IT-Industrie zu erreichen.
Lexx 24.07.2015
4.
Als ob sie die an die Verbraucher weiterreichen!
ulisulis 24.07.2015
5. Rechenkunst
1 Billion Umsatz, ein paar 100 Millionen Einsparungen? Das wären ja nur ein halbes Promille Einsparungen.
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