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04. August 2010, 15:35 Uhr

Wütende Aktionäre

Gericht soll Millionenabfindung für Wiedeking überprüfen

Zuerst verspielten sie die Unabhängigkeit des Unternehmens, dann kassierten sie mehr als 60 Millionen Euro. Aktionäre sind über die Abfindungen der ehemaligen Porsche-Manager Wiedeking und Härter erzürnt - und wollen jetzt vor Gericht eine Sonderprüfung erzwingen.

Stuttgart - Dem Sportwagenbauer Porsche droht wegen der gescheiterten Übernahme von VW neuer Ärger mit einer Gruppe von Aktionären. Beim Landgericht Stuttgart reichten drei Großaktionäre einen Antrag auf Sonderprüfung ein, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch bestätigte. Dabei handelt es sich um den DWS-Aufsichtsrat und Corporate-Governance-Experten Christian Strenger, die DekaBank sowie den norwegischen Pensionsfonds Norges Bank. Mit dem Antrag wollen sie unter anderem die Rechtmäßigkeit der millionenschweren Abfindung für die früheren Porsche-Vorstände Wendelin Wiedeking und Holger Härter prüfen lassen.

Beide Manager waren Mitte 2009 nach dem verlorengegangenen VW-Übernahmepoker mit zusammen 62,5 Millionen Euro abgefunden wurden. Auch in die Aktienoptionsgeschäfte mit einem zweistelligen Milliardenvolumen, mit denen Porsche den Einstieg bei VW finanzierte, soll die Sonderprüfung nach dem Willen der Aktionäre mehr Licht bringen. Den Angaben zufolge ist es nach Einschätzung der Anteilseigner fraglich, ob die Satzung des Sportwagenbauers mit einem Umsatz von unter zehn Milliarden Finanzgeschäfte in einem solchen Umfang überhaupt deckt.

Der frühere DWS-Fondsmanager Strenger hatte als Privataktionär bereits auf der jüngsten Hauptversammlung von Porsche Stimmung gegen die Abfindungen und die riskanten Finanzgeschäfte von Porsche gemacht. Bei den entscheidungs- und stimmberechtigten Familienaktionären Porsche und Piëch hatte er aber kein Gehör gefunden und daraufhin den Gang zum Gericht angekündigt. Strenger hat inzwischen mit DekaBank und Norges Bank weitere Unterstützer gefunden.

Sonderprüfungen können von Aktionären in der Hauptversammlung oder bei Gericht beantragt werden. Für eine Annahme in der Hauptversammlung ist eine Mehrheit der Stimmen nötig. Im vorliegenden Fall soll nun nach dem Willen der Antragsteller eine Handelskammer des Stuttgarter Landgerichts einen Sonderprüfer bei Porsche bestellen. Porsche liegt bislang nach Angaben eines Sprechers noch keine Mitteilung des Gerichts vor.

fdi/Reuters

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