Prozessauftakt Wiesenhof zieht Klage im Wurstkartell-Verfahren zurück

Gegen das sogenannte Wurstkartell wurden 2014 Bußgelder in Millionenhöhe verhängt. Mehrere Hersteller zogen gegen die Entscheidung vor Gericht. Zu Prozessbeginn hat einer von ihnen einen Rückzieher gemacht.

Wiesenhof-Logo in Lohne (Niedersachsen)
DPA

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Der Streit um das sogenannte Wurstkartell wird vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht neu aufgerollt. Doch schon am ersten Prozesstag hat der niedersächsische Wurstproduzent Wiesenhof, der mit drei weiteren Unternehmen gegen Millionenbußen des Bundeskartellamts geklagt hatte, seinen Widerspruch zurückgezogen.

Der Hintergrund: Das Bundeskartellamt hatte zwischen November 2013 und Juli 2014 wegen illegaler Preisabsprachen Geldbußen in Höhe von insgesamt rund 338 Millionen Euro gegen 22 Wursthersteller sowie gegen 33 Verantwortliche in den Unternehmen verhängt. Es handelt sich um einen der größten Kartellskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. "Wir prüfen noch einmal von vorne", kündigte der Vorsitzende Richter des 6. Kartellsenats, Ulrich Egger, an.

Vor Gericht legten ursprünglich vier Unternehmen gegen die vom Bundeskartellamt verhängten Millionenbußen Einspruch ein. Neben Wiesenhof waren das Rügenwalder, Wiltmann und Heidemark.

Wiesenhof begründete seinen Rückzug damit, dass das Prozessrisiko, vor allem die Gefahr einer weiteren Erhöhung der Strafe, zu hoch sei. "Auch wenn wir nicht an Preisabsprachen beteiligt waren, haben wir keine Garantie, dass es uns vor Gericht gelingen wird, unsere Unschuld glaubhaft zu beweisen", teilte das Unternehmen mit.

Auch Rügenwalder und Heidemark bemühen sich um eine Verständigung mit der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft. Lediglich der Wursthersteller Wiltmann und sein Geschäftsführer Wolfgang Ingold zeigten sich am ersten Prozesstag fest entschlossen, das Düsseldorfer Verfahren bis zu Ende durchzuziehen. "Ich stehe für Deals nicht zur Verfügung. Ich bin mir überhaupt keines Fehlverhaltens bewusst", sagte Ingold. Der Prozess soll am 9. Januar fortgesetzt werden.

asc/dpa



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