Xiao Jianhua Verschleppter Milliardär wird in China zu Börsensturz befragt

Es geht offenbar um die heftigen Kursstürze an Chinas Börsen im Jahr 2015: Der aus Hongkong verschleppte Multimilliardär Xiao Jianhua wird laut einer Zeitung auf dem Festland dazu befragt.

Milliardär Jianhua im Dezember 2013 in Hongkong
DPA

Milliardär Jianhua im Dezember 2013 in Hongkong


Xiao Jianhua ist einer der reichsten Männer Chinas, soll gute Verbindungen zur Familie von Chinas Staatspräsident Xi Jinping haben - und verschwand am Freitag vergangener Woche plötzlich aus seinem Luxusdomizil in Hongkong. Offenbar wurde der Milliardär von der chinesischen Polizei aus Hongkong aufs Festland gebracht und dort festgesetzt.

Nun gibt es eine mögliche Erklärung: Xiao wird einem Zeitungsbericht zufolge im Zusammenhang mit einem Börsencrash im Jahr 2015 befragt. Der Milliardär "hilft bei den Ermittlungen" und befinde sich dafür in China, berichtete die Zeitung "South China Morning Post".

Im Jahr 2015 war der Index an der Börse von Shanghai innerhalb von zwei Monaten um 40 Prozent abgestürzt, nachdem er zuvor auf Spitzenwerte geklettert war. Die chinesischen Behörden hatten damals zu Investitionen aufgerufen und die Kurse damit nach oben getrieben. Seit dem anschließenden Kurssturz suchen sie nach Verantwortlichen für mögliche Manipulationen. Welche Rolle Xiao in diesem Zusamenhang gehabt haben könnte, blieb zunächst unklar.

Der Milliardär ist Gründer der in Peking ansässigen Tomorrow Group, die unter anderem im Immobilien- und Finanzgeschäft tätig ist. Xiao hat auch die kanadische Staatsbürgerschaft. Das kanadische Konsulat bestätigte, mit den chinesischen Behörden in Kontakt zu stehen, um weitere Informationen zu dem Fall zu sammeln und dem Unternehmer zur Seite stehen zu können.

fdi/AFP



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