Chinesischer Smartphone-Pionier Xiaomi will Europazentrale in Deutschland errichten

Einst kopierte Xiaomi-Gründer Lei Jun vor allem Apple-Gründer Steve Jobs. Inzwischen expandiert sein Smartphone-Konzern weltweit. Das Europa-Hauptquartier soll nun in Düsseldorf entstehen.
Xiaomi-Gründer Lei (2015)

Xiaomi-Gründer Lei (2015)

Foto: REUTERS

Der chinesische Smartphone- und Elektronikhersteller Xiaomi baut sein Geschäft in Deutschland und Europa aus. »Wir werden unsere Europazentrale in Düsseldorf errichten«, sagte Deutschlandchef Alan Chen Li dem »Handelsblatt« . »Wir werden mit mehreren Hundert Mitarbeitern vor Ort sein.«

Xiaomi ist erst vor einem Jahr in Deutschland gestartet. Das Unternehmen aus Pekings Silicon Valley Zhongguancun gilt hierzulande als drittwichtigste Smartphone-Marke, hinter Samsung und Apple. Laut dem Marktforscher Canalys kommt Xiaomi auf einen Marktanteil von zehn Prozent. In anderen EU-Staaten wie Spanien, Polen oder Kroatien ist Xiaomi seit längerer Zeit die meistverkaufte Smartphone-Marke.

Lesen Sie hier ein Porträt von Lei Jun aus der Gründerzeit von Xioami

Techunternehmer Lei galt einst als Sinnbild des chinesischen Kopierwahns. Er ahmte bei seinen Auftritten Apple-Gründer Steve Jobs bis in kleinste Details nach. Inzwischen hat sich sein Unternehmen zu einer eigenständigen, weltweit bekannten Marke entwickelt.

Leis Firma war zuletzt in einen Technologie-Streit zwischen den USA und China geraten. Mitte Januar stufte das US-Verteidigungsministerium Xiaomi als »kommunistisch-chinesische Militärfirma« ein. Das Ministerium forderte US-Investoren auf, bis spätestens November Anteile an dem Unternehmen abzustoßen. Xiaomi wehrt sich juristisch gegen den Schritt.

ssu
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