Konzernumbau Yahoo-Chefin wirbt Top-Manager von Google ab

Erst wechselte Marissa Mayer selbst von Google zu Yahoo, nun hat die Konzernchefin bei ihrem früheren Arbeitgeber einen Spitzenmanager abgeworben: Henrique de Castro soll bei Yahoo das Tagesgeschäft leiten. Ihn dürfte nicht zuletzt eine großzügige Antrittsprämie gelockt haben.

Yahoo-Chefin Mayer: Unterstützung von Google geholt
REUTERS

Yahoo-Chefin Mayer: Unterstützung von Google geholt


San Francisco - Yahoo-Chefin Marissa Mayer nutzt ihre alten Beziehungen und wildert bei ihrem früheren Arbeitgeber Google. Die 37-Jährige holt einen wichtigen Manager des Suchmaschinenkonzerns in ihr neues Team bei Yahoo. Henrique de Castro soll als Chief Operating Officer das Tagesgeschäft leiten. Erst im März war der 47-jährige Manager bei Google zum Vizepräsidenten des Bereichs für Geschäftslösungen aufgestiegen. Dort kümmerte er sich auch um die Beziehungen zu Werbekunden.

Künftig soll de Castro bei Yahoo Chart zeigen den Vertrieb, das Mediengeschäft und die internen Abläufe im Unternehmen verantworten. Spätestens im Januar soll er seinen neuen Job übernehmen. "Ich bin begeistert, dass er zu Yahoos starkem Führungsteam stößt", kommentierte Mayer de Castros Wechsel. Sie selbst war vor ihrem Wechsel zu Yahoo bei Google Chart zeigen für die Kartendienste verantwortlich.

Die Managerin hat seit ihrem Amtsantritt im Juli bereits große Teile des obersten Managements ausgetauscht. So bekam Yahoo einen neuen Finanzchef und eine neue Marketingverantwortliche. Mayer muss das schwächelnde Werbegeschäft des Internetkonzerns wieder in Gang bekommen. Google ist hier Yahoos schärfster Rivale. De Castro gilt nun als Schlüsselfigur, denn er gilt bei Google als Experte fürs Werbegeschäft.

Das Technologie-Blog "All Things D" berichtete, Yahoo habe bereits eine ganze Weile um de Castro geworben. Schon Mayers Vorgänger Scott Thompson habe versucht, den Google-Manager zum Rivalen zu locken. Mayer dürfte de Castro am Ende mit Geld überzeugt haben: Das jährliche Grundgehalt liegt bei 600.000 Dollar; hinzu kommen Boni. Zusätzlich bekommt der Manager eine Million Dollar in bar als Antrittsprämie, wie aus Börsenunterlagen hervorgeht. Über vier Jahre verteilt erhält de Castro Aktien beziehungsweise Aktienoptionen im Wert von mehreren Dutzend Millionen Dollar.

Erst kürzlich brachte Mayer einen Sohn zur Welt

Mayer und ihren Kollegen steht bei Yahoo viel Arbeit bevor. Sie müssen Investoren einen Plan vorstellen, wie sie den Konzern wieder in die Spur bringen wollen. Die Werbeeinnahmen von Google lagen im ersten Halbjahr bei 21 Milliarden Dollar, Yahoo konnte nur zwei Milliarden vorweisen. Auch die fehlende Kontinuität in der Führung bei Yahoo galt als einer der Gründe, warum der Konzern den Konkurrenten Google, Apple Chart zeigen und Facebook Chart zeigen kaum etwas entgegensetzen konnte.

Mayer ist die dritte Neubesetzung auf dem Yahoo-Chefsessel binnen eines Jahres. Erst wurde Carol Bartz wegen Erfolglosigkeit gefeuert. Dann stolperte Scott Thompson über einen geschönten Lebenslauf. Zwischenzeitlich wurde Yahoo von Spartenchef Ross Levinsohn kommissarisch geführt. Auch er hat das Unternehmen inzwischen verlassen.

Mayers Berufung als neue Yahoo-Chefin hatte auch deshalb für Aufsehen gesorgt, weil die Managerin hochschwanger war. Inzwischen hat sie einen Sohn zur Welt gebracht. Sie pausiert aber kaum, sondern will den Umbau des Konzerns so schnell wie möglich vorantreiben. Beobachter erwarten, dass sie einige Erfolgsrezepte von Google auf Yahoo übertragen wird und mehr Geld in neue Entwicklungen steckt.

Das bekamen auch die Aktionäre zu spüren. Die Yahoo-Chefin will, dass auch sie ihren Teil zur neuen Strategie beitragen. Die Aktionäre sollen nämlich auf Geld verzichten, das die alte Führungsriege ihnen bereits versprochen hatte: Die Milliarden aus dem Verkauf von Anteilen am chinesischen Internetunternehmen Alibaba sollten ursprünglich an die Anleger ausgeschüttet werden. Dieses Geld will Mayer nun einbehalten.

mmq/dpa/Reuters

insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
Freizeit 16.10.2012
1.
Zitat von sysopREUTERSErst wechselte Marissa Mayer selbst von Google zu Yahoo, nun hat die Konzernchefin bei ihrem früheren Arbeitgeber einen Spitzenmanager abgeworben: Henrique de Castro soll bei Yahoo das Tagesgeschäft leiten. Ihn dürfte nicht zuletzt eine großzügige Antrittsprämie gelockt haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/yahoo-chefin-mayer-wirbt-manager-von-google-ab-a-861452.html
Wie verzweifelt muss Yahoo sein, dass man nach Frau Mayer jetzt einem anderen Googler das Geld nur so in den Hintern bläst. Das Schlimme ist, daß es den Niedergang von Yahoo nicht aufhalten wird, sondern lediglich das Vermögen der so grosszügig alimentierten mehren wird.
wakaba 16.10.2012
2. Antrittsprämie oder Schmerzensgeld?
Zitat von sysopREUTERSErst wechselte Marissa Mayer selbst von Google zu Yahoo, nun hat die Konzernchefin bei ihrem früheren Arbeitgeber einen Spitzenmanager abgeworben: Henrique de Castro soll bei Yahoo das Tagesgeschäft leiten. Ihn dürfte nicht zuletzt eine großzügige Antrittsprämie gelockt haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/yahoo-chefin-mayer-wirbt-manager-von-google-ab-a-861452.html
Yahoo? Die Klitsche gibts noch? 179 Einnahmen letzes Jahr, 55 für dieses Jahr... Das sind keine Spitzenmanager (gibts sowas?) sondern Sargträger und - aus Erfahrung - eine ganz eigenartige Truppe.
eisbaerchen 16.10.2012
3. Das zeigt doch nur,
Zitat von sysopREUTERSErst wechselte Marissa Mayer selbst von Google zu Yahoo, nun hat die Konzernchefin bei ihrem früheren Arbeitgeber einen Spitzenmanager abgeworben: Henrique de Castro soll bei Yahoo das Tagesgeschäft leiten. Ihn dürfte nicht zuletzt eine großzügige Antrittsprämie gelockt haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/yahoo-chefin-mayer-wirbt-manager-von-google-ab-a-861452.html
dass diese schicke Frau es nicht selber hinbekommt...erstmal alles auswechseln und dann wird´s schon besser...und sie ist dann natürlich nicht mehr verantwortlich wenns kracht, was abzusehen ist. Tja und zum Google Manager ist wohl nur zu sagen, die Gier nach Geld lässt jede moralische Überlegung (hier: Loyalität zum Arbeitgeber..) in den Hintergrund treten, leider der allgemeine Trend heutzutage...
Sleeper_in_Metropolis 16.10.2012
4.
Zitat von wakabaYahoo? Die Klitsche gibts noch? 179 Einnahmen letzes Jahr, 55 für dieses Jahr... Das sind keine Spitzenmanager (gibts sowas?) sondern Sargträger und - aus Erfahrung - eine ganz eigenartige Truppe.
Ich les' immer Yahoo - was machen die eigentlich heutzutage ? Ich weiß nur, das die vor gefühlten hundert Jahren mal eine Suchmaschine betrieben, aber sonst ? Braucht man für das übriggebliebene Webportal tatsächlich noch irgendwelche Spitzenmanger ? Kontrollieren die, ob die Werbebanner-Rotation auf der Seite funktioniert, oder was machen die den ganzen Tag bei Yahoo ?
spon-facebook-10000015622 16.10.2012
5. haha Marketing
der typ der ans telefon geht wenn große werbeagenturen anrufen ist dafür verantwortlich...
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