Anwesenheitspflicht bei Yahoo Ab ins Büro!

Yahoo-Chefin Marissa Mayer will die Produktivität des Internetkonzerns mit ungewöhnlichen Methoden steigern: Ab Juni herrscht Anwesenheitspflicht. Programmieren am Strand und im Home Office streng verboten. Manche der hippen Kreativen finden das gar nicht witzig.
Managerin Mayer: Ab Juni Anwesenheitspflicht

Managerin Mayer: Ab Juni Anwesenheitspflicht

Foto: ? Stephen Lam / Reuters/ REUTERS

Hamburg - Der Vorstoß will nicht so recht passen zu einem Unternehmen, das einst ein Start-up war, ein Internet-Pionier, und von dem vor allem die neue Chefin noch immer gern sagt, es sei hip. Und trotzdem: Ab Juni herrscht bei Yahoo   Anwesenheitspflicht. Vorbei die Zeit des Programmierens und kreativen Sich-Austobens im Home-Office oder am Strand. Vorbei die Zeit des mobilen Arbeitens.

Oder Nichtarbeitens. Oder Nicht-so-produktiv-Arbeitens. Das zumindest dachte laut "Business Insider"  Marissa Mayer, 37, die Chefin. Und setzte ein Rundschreiben  auf.

"Yahoos,

um der absolut beste Arbeitsplatz zu werden, sind Kommunikation und Zusammenarbeit wichtig, also müssen wir Seite an Seite arbeiten. (...) Wir müssen ein Yahoo sein, und das beginnt damit, dass wir physisch zusammen sind."

Ließ Mayer ausrichten - und provozierte einen Sturm der Entrüstung. Viele Mitarbeiter seien unter anderen durch die Verheißungen der mobilen Arbeitswelt zu Yahoo gelockt worden, berichtet das Branchen-Blog All Things Digital . Und regen sich nun auf. Ein "moralischer Killer" sei das, schimpft einer.

Immerhin, eine kleine Hintertür lässt Mayer den Yahoos. Wenn mal der Kabelmann vorbeikomme, heißt es im Rundschreiben, könne man auch mal zu Hause bleiben, freilich. Nach bestem Ermessen, ob das gut fürs Team sei, freilich.

Soll heißen: In Ausnahmefällen sind ausnahmsweise Ausnahmen zulässig. Und die Chefin selbst geht mit bestem Beispiel voran. Als sie vergangenen Herbst ihr erstes Kind zur Welt brachte, fehlte Mayer zwei Wochen. Und saß dann wieder im Büro.

ssu
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